Wertloses in den Tresoren der Banken? Oder: Haben sich viele Banken schon wieder falsch positioniert?


Um diesen Artikel richtig einzuordnen, habe ich noch einmal kurz nachgeschaut, wie eigentlich Ironie definiert  ist. Um dabei nicht zu viel Rechercheaufwand zu betreiben, verlasse ich mich auf eine sicher qualifizierte Form der Schwarmintelligenz, auf Wikipedia (1). (Auch wenn dieser Schwarm wahrscheinlich nicht so groß ist). Zwei Erklärungen bieten sich für das, was ich hier kurz abhandeln möchte an:

  • Ironie ist, wenn ich hier etwas schreibe, was meiner wahren Einstellung nicht entspricht, und ein Teil der Leser dieses Blogbeitrages es erkennen.
  • Ironie kann auch sein, wenn eine Ereignisfolge geschildert wird, bei denen Absicht und Zufall auf besondere Weise aufeinander bezogen wird („Ironie des Schicksals“)

Das passt …

„Falsch positioniert“ ist möglicherweise ein etwas von norddeutscher Zurückhaltung geprägter Begriff für „Weichen gestellt, um sich zu verzocken“. Letzteres ist verständlicher formuliert, denn es geht in diesem Beitrag darum, ob das exzessive Horten von Bargeld, also das Bunkern von „richtigem“ Geld – Papiergeld – nicht zu massiven Verlusten bei den Banken führen könnte.   Immerhin geht es hierbei bei den Deutschen Banken um einen Betrag von 10 Milliarden €, der in den Tresoren der Deutschen Banken liegt. Und dieser Betrag könnte noch zunehmen, wie das Handelsblatt berichtete (2). Einerseits könnte die Höhe dieses Betrags Sparer beruhigen, die Ihre Guthaben  bei Banken in Form von Kontoeinlagen, Festgeldern usw. angelegt haben.  Denn dies scheint doch eine wesentlich  sicherere Anlageform,  als wenn Banken die Guthaben ihrer Kunden dazu verwenden, um zum Beispiel Geschäfte mit höchst spekulativen anderen Formen der Geldanlagen zu tätigen.

Allerdings ein echter Grund zu Freude der Sparer besteht nur, wenn dieses Papiergeld – die vielen Scheine in den Banktresoren – tatsächlich eine sichere Anlageform darstellt.  Ist das so und vor allen Dingen, bleibt dies so?

Wer uns kennt, weiß, dass wir jetzt nicht mit dem Thema Hyperinflation kommen. Selbst 2008/2009, als die Medien  voll mit Nachrichten waren, dass eine solche Form der Inflation drohen könnte, hat FORAIM die mit klaren Argumenten begründete Aussage getroffen, dass eine  Inflation  absehbar nicht eintreten wird – und schon überhaupt keine Hyperinflation . Übrigens, unsere Argumente waren klassische volkswirtschaftliche Argumente, die schon im Grundstudium vermittelt werden. Ja, die Ökonomie kann es auch leisten– manchmal –  richtige Prognosen zu treffen.  Dies nur mal so als Seitenhieb für viele Prognostiker der Finanzindustrie.

Wenn es nicht die Hyperinflation ist, was kann dann der Grund sein, dass sich Banken mit deren Investment in Papiergeld Verluste einhandeln könnten?

Nun, worin bestehen der eigentliche Nutzen und damit der Wert von Papiergeld?

Man kann damit bezahlen!

Und genau hier könnte der Verlust eintreten, wenn niemand mehr mit Papiergeld zahlen möchte. Oder bezahlen darf, um auch kurz die immer wieder aufflammende Diskussion des Bargeldverbots zu streifen.

Einschub: Ironie ist auch, wenn man Dinge verkürzt. Wer sich ernsthaft mit den hier angesprochenen Thema auseinandersetzen möchte, findet dazu am Ende dieses Beitrags einige Hinweise.

Und dieser Trend  – weg vom Bargeld – zeichnet sich ab, wie folgende Zahlen zeigen, die smava uns dankenswerterweise  zur Verfügung gestellt hat.

Ein Ersatz für Zahlungen mit Bargeld stellen Kreditkarten dar. Und die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten ist von 1995 bis 2015 immerhin um 60% gestiegen. Eine weitere Zunahme ist zu erwarten wie folgende Grafik zeigt:

Zu beachten ist allerdings, dass Kreditkarten nicht nur das Bargeld ersetzen können, sondern zumindest teilweise auch einen Kreditrahmen gewähren. Und hier gilt es wie bei jeder Kreditinanspruchnahme, auf die Konditionen zu achten. Sollte sie dieser ironische Beitrag dazu verleiten, auf diese Weise zu einem Kredit zu gelangen, wäre es – wie eigentlich immer – besser (hier sind wir wieder „ernst“) zunächst Vergleiche über weitere Möglichkeiten zu prüfen. Dabei bieten Vergleichsportale  eine gute Hilfe, wie zum Beispiel dieses Vergleichsportal von smava.

Aber zurück zum Thema:

Zwar ist in Deutschland das Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Es wird allerdings überwiegend nur noch für kleinere  Beträge verwandt.  Durchschnittlich liegen die Rechnungen bei Barzahlung bei 13 bis 14 €, bei EC-Karten-Zahlung bei 30 € und bei Kreditkartenzahlung bei 59 €.

Also ist die Frage doch berechtigt: Wer wird in Zukunft noch die ganzen Geldscheine haben wollen, die bei den Banken eingelagert sind? Und was keiner haben will, hat keinen Wert. Also, haben sich die Banken etwa wieder falsch positioniert? 🙂


Anmerkungen:

  • Natürlich sind 10 Milliarden Euro relativ nicht so viel Geld. Bezogen auf die Anzahl der Bundesbürger verbleibt ein relativ geringer Betrag.  (Eigentlich sollten die Anmerkungen ernst sein. Aber an dieser Stelle bietet sich diese Überlegung  geradezu an: „Wollen die Banken mit  all diesem Papiergeld im Falle eines Banken-Runs gewappnet sein? Aber auch dann wären Sie falsch positioniert, weil der Betrag wohl nicht ausreichen würde.“)
  • Die Banken könnten das Bargeld an die Zentralbank zurückgeben. Siehe dazu: Deutsche Bundesbank, Wie das Bargeld in den Umlauf kommt
  • Tatsächlich lagern die Banken derart hohe Summen ein, um den Negativzinsen zu entgehen, die sie der Zentralbank zahlen müssten, wenn Sie dort das Geld disponieren würden. Siehe dazu auch den Handelsblatt-Beitrag. (Falls Sie unseren Beitrag allerdings auf ironische Art fortsetzen möchten und also weiter unterstellen, dass die Banken etwas Wertloses lagern, würde die „Ironie des Schicksals darin liegen, dass dieser Negativzins eine Folge der Bankenrettung ist. Hätte dann eben doch nicht funktioniert …“)
  • Ach, und da wir von Geld reden, ist auch dieser Betrag  interessant, der die akademische Diskussion darüber aufzeigt, wie Geld überhaupt entsteht: Ökonomenstimme, Was macht eine Bank mit dem Geld ihrer Kunden? Anmerkungen zum Buch von Dirk Ehnts

(1) Wikepedia: Ironie

(2) Handelsblatt: Banken parken zehn Milliarden Euro in Tresoren

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s