Was bedeuten Roboter und Digitalisierung für die private Geldanlage in Immobilien?


Wer in Immobilien investiert, investiert in die Zukunft. Da stellen sich einige Fragen, um auch in der Neuen Welt bestehen zu können. Die wesentlichste Frage ist:

Welche Möglichkeiten gibt es, um mit Immobilen gute laufende Renditen zu erwirtschaften und dies auch auf lange Sicht? Und dazu wird etwas später in diesem Beitrag auch die Frage gehören: Was bedeutet  der technische Fortschritt und ein Wandel im Nachfrageverhalten für die Zukunftsaussicht der zur Geldanlage gewählten Immobilie.

Um diese Fragen zu beantworten, sollte sich der an Immobilien interessierte Sparer und Geldanleger einmal in die Denkweise eines Unternehmers versetzen, der überlegt, wie und wo er investieren sollte. Denn der Unternehmen stellt sich die gleiche Frage wie der Immobilieninvestor:

29012017iae

Wo sollte er investieren, um gute Renditen möglichst langfristig zu erzielen, wobei sein Unternehmen idealerweise noch im Wert steigen sollte.

Um sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern, wird der Unternehmer weiter fragen:

Wo gibt es langfristig eine ausreichende Nachfrage nach meinem Angebot? Was benötige ich, um diese Nachfrage zu befriedigen? Welche Maschinen, technische Ausstattung, Mitarbeiter und welche Räume benötige ich?

Und weil dies alles langfristig erfolgreich sein soll, wird er versuchen diese zusätzliche Fragen zu beantworten : Wie werden sich in Zukunft die Preise für mein Produkt, Angebot entwickeln und kann ich höhere Preise durchsetzen, wenn meine Kosten für die Maschinen, das Personal und die Räume steigen? Denn, um langfristig Geld zu verdienen, müssen die Kosten immer geringer sein, als die Einnahmen.


Warum und in welchen Fällen empfehlen wir den Anlegern, die in Immobilien ihr Geld investieren möchten, die Betrachtungsweise eines Unternehmers einzunehmen?

Die Antwort lautet: Es gibt im Wesentlichen 2 Arten von Immobilien, privat genutzte Wohnungen und Häuser und im weiteren Sinne gewerblich oder unternehmerisch genutzte Immobilien. In diesem Beitrag geht es um die zweite Möglichkeit.

Grundsätzlich ist auch eine solche Art von Immobilieninvestitionen  interessant, denn

  • hierdurch lässt sich eine Diversifikation auch im Immobilienbereich erreichen. Ganz streng genommen, gilt dies (mit Einschränkungen) auch für denjenigen, der schon über eine selbstgenutzte Immobilie verfügt und nun als Geldanlage eine zweite Immobilie kaufen möchte.

  • neben dem Aspekt der Diversifikation können aber auch die laufende Erträge eine Rolle spielen. Denn vielfach ist es dem Anleger wichtig über eine zweite Einnahmequelle zu verfügen.

Übrigens hat jede Art von Immobilienanlagen spezifische Risiken, auf die  wir an dieser Stelle nicht näher eingehen wollen, über die wir aber vor einer Anlageentscheidung immer ausführlich informieren. Zunächst einmal geht es, um mögliche Chancen. Denn für den Fall, dass es solche nicht gibt, erübrigt es sich, sich mit diesem Thema überhaupt zu beschäftigen.


Zurück zur Betrachtung aus der Sichtweise eines Unternehmers:

Eine solche Betrachtung ist bei unternehmerisch genutzten Immobilien schon deshalb wichtig, weil der Unternehmer immer in der Lage sein sollte, Ihnen als Eigentümer einer Immobilie die Miete zu bezahlen. Bevor Sie sich also entscheiden eine entsprechende Immobilie zu kaufen, müssen Sie sich fragen, ob es langfristig Bedarf in dem Bereich gibt, in dem ihre Immobilie von dem Unternehmer-Mieter genutzt wird, und ob er sein Angebot auch langfristig mit ausreichend geringen Kosten erstellen kann.

Und jetzt macht uns und Ihnen bei der Beantwortung dieser Frage der technische Fortschritt und ein Wandel im Nachfrageverhalten Schwierigkeiten!

Dazu betrachten Sie einmal die möglichen zukünftigen Entwicklungen, die unter den Begriffen Digitalisierung und Robotik zusammengefasst werden, auf unterschiedlich genutzte Immobilien.

Hotels

Eine zurzeit boomende Immobilienklasse, wie so viele Nischensegmente. Hotels erbringen recht gute Mietrenditen und sind daher als Anlageobjekt gerade bei institutionellen Anlegern gefragt.

Eine Bedrohung durch Digitalisierung und Robotik lässt sich auf den ersten Blick kaum erkennen. Möglicherweise könnte Digitalisierung  im weiteren Sinne  wie Videokonferenzen die Übernachtungszahl von  Geschäftsreisenden sinken. Allerdings gibt es Videokonferenzen schon lange und dies hat dem Hotelboom  bisher nicht geschadet. Anders könnte es aber bei einem Wandel im Nachfrageverhalten aussehen.  Und hier sei an Airbnb erinnert.

Logistik-Immobilien

Zunächst einmal profitieren Logistik-Immobilien von der Digitalisierung. Zunehmende Online-Käufe erfordern ein leistungsfähiges Verteilernetz und wesentliche Knotenpunkte in diesem Netz sind eben Logistik-Immobilien. Dennoch sollten Anleger aufpassen, denn bei der Auslieferung vom im Internet eingekauften Gütern wird die sogenannte letzte Meile immer entscheidender. Dies bedeutet, dass für Betreiber von Logistik-Immobilen sich in näherer Zukunft andere Standortpräferenzen ergeben könnten.

Und langfristig? Amazon zeigt mit seinen Überlegungen, Zeppeline als Logistikzentren einzusetzen und von dort aus zur Belieferung Drohnen einzusetzen, dass in Zukunft das bisherige Standortkonzept vieler Logistikzentren obsolet werden könnte.

Büro-Immobilien

Immer wieder wird prognostiziert, dass gerade Arbeitsfelder des Mittelstandes –wesentlich mehr als Arbeitsplätze, die eine niedrige Qualifikation erfordern – in massivem Umfang verloren gehen könnten. Damit scheint klar, dass weniger Arbeitsplätze – im wörtlichen Sinne – für Sachbearbeiter benötigt werden.  Tritt dieses Szenario ein, so wird es sich negativ auf den Büro-Immobilien-Markt auswirken.

Pflegeheim-Appartements

Alle Statistiken und Prognosen zeigen, dass es hier auf Jahre hinaus einen steigenden Bedarf an Plätzen in Pflegeheime geben wird.  Kann dem die Digitalisierung und Robotik entgegen wirken? Blickt man nach Japan, und die Entwicklungstendenzen in diesem  Land können aufgrund der Altersstruktur durchaus richtungsweisend für Deutschland werden, erkennt man die potentielle Bedeutung der Robotik für die Versorgung der älteren Bevölkerung und hierzu gehört eben auch die Bereitstellung von ausreichender Pflegekapazität. In Japan wird auch von der Regierung die Problematik erkannt, wie denn der kleine Anteil der jungen Bevölkerung die Versorgung des überwiegenden und weiter wachsenden Anteils der älteren Bevölkerung sicherstellen kann. Und aus diesem Grund will die japanische Regierung, dass der Markt für Pflegeroboter weiter wächst. Es wird daher erwartet, dass der Markt für Pflegeroboter von zehn Milliarden Yen im Jahr 2013 sich bis zum Jahr 2030 versechsundzwanzigfacht (1). Dies würde in Euro umgerechnet einem Marktvolumen von ca. 2.110 Mio. Euro entsprechen.

29012017d

Also ist anzunehmen, dass auch der Pflegemarkt von der Roboterisierung beeinflusst wird. Wird dies Auswirkungen auf die Immobilienklasse Pflegeheim-Appartements haben? Wir vermuten, eine solche Entwicklung wird sich eher positiv auf diese Art der Immobilie auswirken. Um die Kostenvorteile neuer Technologien optimal zu nutzen, bietet es sich, an diese (Roboter) optimal auszulasten. Und dies ist in einem Pflegeheim natürlich besser möglich, als wenn dieser nur im privaten Haushalt genutzt wird.


Quellen:

Die Zeit, 29.12.2016, „Hallo wie geht es Ihnen?“ – An einer Universität in Japan entwickeln Forscher den automatischen Krankenpfleger.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s