Bargeldverbot und die Weissagung der Indianer


Einmal im Monat teilen wir  – FORAIM- unseren Kunden und Interessenten in einem Kommentar zur Finanzwelt unsere Sichtweise zu grundsätzlichen wirtschaftlichen Fragestellungen mit. Dieser Beitragist dem Newsletter März entnommen.

Erlauben Sie uns eine Analogie zu der Weissagung des Indianerstamms der Cree. Sie erinnern sich:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ (1)

Es geht in  nunserem heutigen Monatskommentar  jedoch nicht nur um Geld – das Bargeldverbot – sondern auch um Freiheit. Es scheint manchmal so, als wenn wir die Freiheit so schleichend verlieren könnten, wie unsere Gesellschaft auf dem Weg ist, eine gesunde Umwelt zu verlieren. Jüngstes Anzeichen dafür ist die Diskussion um ein Bargeldverbot.

Diese Diskussion ist zwar nicht ganz neu. Es wurde immer wieder diskutiert, durch ein Bargeldverbot Kriminalität, Terrorismus, Schwarzarbeit und Schwarzgeld zu bekämpfen. Eigentlich alles Gründe, Niedrigdenen sich ein ehrlicher Bürger nicht verwehren könnte. Aber es ist auch offensichtlich, dass der ehrliche Bürger dadurch grundsätzlich in seiner Freiheit eingeschränkt wird. Man nennt so etwas Zielkonflikt. Bisher obsiegten bei Abwägung der Argumente pro und contra zur Bargeldabschaffungen die Argumente für die Freiheit. Zu den Contra-Argumenten ist  übrigens auch der Datenschutz zu zählen, denn Bargeld ist Datenschutz.

Im Zuge der bisher nicht erfolgreichen Niedrigzinspolitik der EZB werden jetzt aber Gründe für die Bargeldabschaffung angeführt, die doch zur erfolgreichen Abschaffung des Bargeldes führen können.  Damit es dazu kommt,  müssen nur genügend relevante Interessenvertreter aus deren Sicht stichhaltige Argumente vorbringen.

Wer und was hatte nun in letzter Zeit die höchste Relevanz? Die Banken! Kein Preis war für das Retten eigentlich kaputter Banken zu hoch. Dies ging sogar soweit, dass unsere europäische Zentralbank uns mit dem Novum Negativzinsen konfrontierte. Zwar ist das geringe Zinsniveau nicht ausschließlich durch die Rettung der Banken bedingt, sondern hängt auch mit der Höhe der Staatsverschuldungen und dem historisch extremen Einbruch der Wirtschaft in direkter Folge der Finanzkrise 2008 zusammen. Ursächlich für die Finanzkrise aber waren auch die spekulativen Geschäfte der Banken. Und jetzt kommen aus diesem „relevanten“ Interessenkreis neue Gründe für eine Abschaffung des Bargeldes.

Der Deutsche Bank Chef John Cryan plädiert für die Abschaffung des Bargeldes, weil dieses zu hohe Kosten für die Banken verursacht (2). Statt von zu hoher Kosten könnte man auch von fehlenden Gewinnen reden. Etwas ironisch argumentiert, könnte allein schon dieses Argument ausreichen, Bargeld abzuschaffen. (Denken Sie daran, was der Staat – also auch wir alle- bisher in Kauf genommen haben, um Banken zu retten).

Wir benötigen aber überhaupt nicht das Hilsmittel Ironie, um auf die ernsthafte Gefahr der Abschaffung des Bargeldes hinzuweisen. Es reicht aus zu wissen, was maßgebliche Politiker und Wirtschaftsführer unter der Hand auf dem jüngsten Gipfel in Davos redeten. Betrachten Sie hierzu den Kommentar, den wir unter einer Grafik auf Zero Hedge fanden (3) . Zero Hedge ist eine englischsprachige Nachrichten-Webseite, auf deren kritische Reportagen sich zahlreiche Wirtschaftsmagazine berufen, wie zum Beispiel die FAZ.

05032016davos

Eine Bargeldabschaffung ist damit in unserer neuen Welt der Ökonomie und unser Wirtschaft genauso wenig unmöglich, wie es die negativen Zinsen sind.

Wenn aber der Geldverkehr unter vollkommener Kontrolle steht, ist nicht nur unsere ganz persönliche Freiheit noch weiter eingeschränkt, sondern im Zweifel werden auch unsere Möglichkeiten beschränkt werden, Gelder zu investieren. Solche Formen der finanziellen Repressionen werden meist dann angewandt, wenn es Krisen gibt. Aber gerade in solchen Zeiten sollten Anleger frei über Ihr Geld verfügen können. Unsere wiederholten Hinweise zur Diversifikation auch auf ausländische Lagerstellen (Depots etc.) und einen gut eingelagerten Handbestand an Gold haben also nichts an Aktualität verloren.


Wenn auch Sie in Zukunft den FORAIM-Newsletter erhalten möchten, können Sie ih hier bestellen: FORAIM-Newsletter.


(1) In Wikipedia wir daraufhingewiesen, dass diese Aussage nicht in dieser Form indianischen Ursprungs ist. Weil diese Aussage aber fast überall dem Stamme der Cree zugeordnet wird und es letztendlich auf die Aussage ankommt, haben wir die Zuordnung dieses Zitats in der falschen Weise übernommen.

(2) Focus Money: Deutsche-Bank-Chef Cryan: Bargeld wird in zehn Jahren verschwinden

(3) Zero Hedge : According To Morgan Stanley This Is The Biggest Threat To Deutsche Bank’s Survival


Ja, leider müssen wir einen solchen Beitrag unserer Rubrik der Neuen Welt der Finanzen zuordnen. So wünschen wir uns allerdings nicht die Neue Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s