Wie VW und Deutsche Bank es schaffen, das wir das Gefühl für Zahlen verlieren


Relativ kurz hintereinander sind wir einmal wieder mit Milliarden-Beträgen konfrontiert worden:

  • 6.000.000.000 € Verlust der Deutschen Bank im vierten Quartal
    6.500.000.000 € vorerst einkalkulierte Verlust von WW (Abgasskandal)

Betrachten wir als Normalbürger unsere täglichen Ausgaben oder unser monatliches Einkommen, so sind diese beiden Verluste in Relation dazu derart hoch, dass wir alle wahrscheinlich diese Verlustzahlen hinnehmen und wir uns dabei über deren tatsächliche Größe und Bedeutung nicht im Klaren sind.

Das durchschnittliche Bruttogehalt aller in Deutschland beschäftigten sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer Tag in Deutschland im Jahr 2014 bei 31.981 €.

Die beiden Milliardenverluste von nur zwei Unternehmen, die in den letzten Wochen bekannt worden, entsprechen also demn durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt von 390.857 Beschäftigten.

Wie würden wir eigentlich reagieren, wenn es in den Überschriften der Zeitung geheißen hätte:

Nur 2 deutsche Unternehmen haben in kurzer Zeit das Einkommen von über 390.000 Arbeitnehmern vernichtet?

Vielleicht sollte man es aber noch etwas individueller formulieren, damit die Höhe der Verluste greifbarer wird:

Wie 2 deutsche Unternehmen es schaffen, das zu verlieren, was ein deutscher Arbeitnehmer in 390.000 Jahren verdienen würde.

Ich vermute, wir hätten dann wesentlich mehr Diskussionen und würden nicht so schnell zur Tagesordnung übergehen. So gesehen, helfen Verluste den Unternehmen in Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung, wenn die Verluste nur groß genug sind 🙂

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