Weg von der Börse, weg von der Bank: Selbst investieren


Man kann es drehen und wenden wie man möchte, letztendlich resultieren Erträge, die Sie aus Ihrem angelegten Geld erhalten möchten, immer darauf, dass derjenige, dem Sie ihr Geld zur Verfügung stellen,  dieses Geld produktiv einsetzt und selbst Erträge erzielt.

Wenn Sie hieran teilhaben möchten, können Sie zum Beispiel auf unterschiedliche Arten in Unternehmen investieren.

Sie können Aktien kaufen (oder Aktien- Investmentfonds) und werden damit Miteigentümer des Unternehmens. Aus den Unternehmenserträgen erhalten Sie dann Dividenden. Sie können aber auch einem Unternehmen Kredite zur Verfügung stellen, damit dieses Unternehmen Investitionen tätigt und daraus ausreichend Erträge erzielt, um Ihnen die Zinsen zu zahlen.

Eigentümer können sie aber nicht nur werden, indem sie über die Börse investieren. Dies zu beachten, kann sehr sinnvoll sein. Denn bei dem auschließlichem Weg über die Börse bleiben Ihnen viele Möglichkeiten, um in Unternehmen zu investieren, verschlossen. Dies einfach deshalb, weil längst nicht alle Unternehmen Aktien herausgegeben.

Neben dem Weg über die Börse kann man auf unterschiedlichen Wegen auch direkt in Unternehmen investieren.

Den modernsten Weg kennen all diejenigen, die viel im Internet unterwegs sind. Hierzu gehört das so genannte Crowdfunding oder Crowdinvesting. Hier stellen Sie jungen aufstrebenden Unternehmen direkt Geld (ohne Umwege) zur Verfügung, damit diese ihre unternehmerischen Ziele erreichen können. In der Regel werden sie aber bei den meisten Angeboten nicht Miteigentümer an diesen Unternehmen, sondern vergeben auf unterschiedliche Art und Weise Darlehen. Im Internet wird diese Möglichkeit der Finanzierung meist Lending genannt.

Schaut man sich im Netz um, werden durchaus attraktive Renditen, häufig zwischen 4% und 6 % avisiert. Man findet derartige Angebote beispielsweise auf so genannten Crowdfunding-Plattformen.

Aber auch hier gilt es wie bei nahezu allen Geldanlageangeboten immer zu berücksichtigen, dass Verluste möglich sind. Und natürlich sind gerade bei jungen aufstrebenden Unternehmen (aber natürlich auch bei etablierten Unternehmen) auch immer Totalverluste möglich. Seriöse Crowdfunding- und Lending-Plattformen weisen daher ausdrücklich darauf hin, die persönlichen Geldanlagen auf verschiedene Unternehmen aufzuteilen, um so das Verlustrisiko zu senken. Zugleich wird darauf hingewiesen, sich genau mit dem Unternehmen zu beschäftigen, in welches Sie investieren möchten bzw. dem Sie einen Kredit zur Verfügung stellen möchten. Übrigens ist dies – nur in Unternehmen zu investieren, die Sie kennen – auch ein immer wieder von Warren Buffet wiederholter Ratschlag.

An dieser Stelle: Grundsätzlich halten wir wir Crowdfunding und Crowdinvesting für sehr positive und sinnvolle Innovationen im Finanzsektor. Hiermit wird Konkurrenz zu den etablierten Finanzierungswegen, die bisher primär über Banken oder die Börse erfolgten, geschaffen. „Konkurrenz ist für den Verbraucher und Anleger immer gut“.  Zudem wird in vielen Fällen über diese neue Finanzierungswege überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen, dass innovative Unternehmen ihren Weg auf dem Markt finden. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wie die Antwort einer konventionellen Bank ausgesehen hätte, wenn ein junger Student nach einer Finanzierung für folgendes Vorhaben anfragt:

Er möchte die Idee umsetzen, auf innovativem Weg eine nicht zielgerichtete Kommunikation mit Mitstudenten zu führen.

Die Gegenfrage eines typischen Bankers bei Kreditstellung wäre doch: Und wie verdienen Sie damit Geld? Ach, hätte der Banker gewusst, dass er Mark Zuckerberg, den Gründer von Facebook vor sich hatte.

Kommen wir jetzt aber auf das Crowdfunding zurück und versetzen uns in die Situation eines Anlegers, der tatsächlich außerhalb des Banken und außerhalb der Börse direkt in Unternehmen investieren möchte. Wenn er dies in Form von Crowdfunding und/oder Lending tun möchte, und die oben aufgeführten Hinweise seriöser Crowdfunding- Plattformen :

  • Streuung der Investitionen auf mehrere Unternehmen
  • Sich mit dem Unternehmen beschäftigen

ernst nimmt, wird er allerdings feststellen, dass die mögliche Diversifikation doch teilweise stark auf bestimmte Branchen und Lebenszyklen der Unternehmen eingeschränkt ist. Zudem stellen nicht nur Unternehmen eine Möglichkeit dar, um Erträge aus der Realwirtschaft zu erzielen, sondern auch Immobilienanlagen (der guten Ordnung halber, auch hier gibt es erste Angebote über Crowdfunding). In der Regel kann sich der Anleger über Crowdfunding und Lending nicht an großen Unternehmen beteiligen.

Zu dem Punkt „Sich mit Unternehmen beschäftigen“

Die Beschreibungen der Unternehmen auf den Crowdfunding-Plattformen haben eine unterschiedliche Qualität, die aber nicht per se schlecht ist. Allerdings, ob ein Unternehmen bestehen kann, ist auch abhängig von vielen Außeneinflüssen, die leicht übersehen werden. Diese Außeneinflüsse können aus den Bereichen

  • Steuern
  • Rechtsprechung
  • gesamtwirtschaftliche Entwicklung

und vielen weiteren Bereichen stammen.

Warum führen wir dies auf?

Das was in der Neuen Welt der Finanzen Crowdinvesting & Co für Geldanlagen in neue aufstrebende Unternehmen ist, gibt es seit längerer Zeit auch in der Alten Welt der Finanzen. Möglichkeiten ohne den Weg über die Börse in unterschiedlichste Unternehmen, den Energiesektor und Immobilien zu investieren, ist hier sowohl für Deutschland, Europa als auch die ganze Welt gegeben. Die Anlageform hierfür sind so genannte Alternative Investmentfonds AIF (früher auch geschlossene Fonds genannt).

Als Einstieg, um sich mit dieser Produktklasse näher zu beschäftigen, bieten sich so genannte Dachfonds an. Denn hier wird dem geforderten Diversifikation-Gedanken auch über Branchen und Ländergrenzen hinweg Rechnung getragen. Handelt es sich bei Anbietern um große und erfahrene Initiatoren, so sollte zudem unterstellt werden können, dass hier auch ein entsprechendes Know-How für die Beurteilung der möglichen Außeneinflüsse besteht. Bei einer Beteiligung, die schon 5.000 € möglich ist, hat der Anleger durch die laufende umfangreiche Berichterstattung auch zusätzlich die Möglichkeit detailliert zu erfahren, wie und warum sich welche Anlageklassen entwickeln. Diese so gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse können für spätere individuelle Investitionen in Form von Crowdinvesting durchaus hilfreich sein.

Die Neue Welt „Crowdinvesting“ und die Alten Welt „Geschlossene Fonds-AIF“ schließen sich also nicht immer aus und ergänzen sich zum Teil.


Wichtige Hinweise:

Informationen zum Markt der geschlossenen Fonds finden Sie auch in unserem Geldanlage-Katalog. Dort stellen wir auch immer wieder unterschiedliche Angebote aus dem Bereich der AIF / Geschlossenen Fonds und Beteiligungen dar. In soweit könnte dieser Beitrag auch als werblicher Beitrag angesehen werden. Deshalb hier noch einmal explizit der Hinweis, dass AIF/ geschlossene Fonds grundsätzlich mit dem Risiko eines Totalverlustes verbunden sind und dass dieser Beitrag keine Anlageempfehlung darstellt.

 

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