Welche Produkte sich die Sparkassen für Ihre Kunden wünschen …


Antwort: Zertifikate! Hier scheint etwas in Vergessenheit geraten zu sein:

2808spDie Nachricht der Insolvenz der großen amerikanischen Bank, Lehman, hatte auch viele Sparer und Anleger im negativen Sinne überrascht, weil ihnen zumindest danach sehr deutlich geworden ist, dass Zertifikate ein Emittentenrisiko enthalten. Als Emittenten bezeichnet man den Herausgeber entsprechende Papiere, der für die Erfüllung der Ansprüche, die aus Zertifikaten resultieren können, gerade steht. Fällt der Emittent aus, so besteht der Wert der Zertifikate nur noch in dem Anspruch, der aus der Insolvenzmasse resultiert.

Die Lehman Zertifikate müssten eigentlich jedem Anleger deutlich gemacht haben, dass ein solch grundsätzliches Emittentenrisiko besteht. Eine von vielen Alternativen zu Zertifikaten wäre eine Anlage in Investmentfonds. Hier besteht in aller Regel im Grundsatz kein Emittentenrisiko (1).

Zugegeben, man kann mit Investmentfonds nicht alles abbilden, was mit Zertifikaten möglich ist. Aber das Spektrum an Angeboten innerhalb der Investmentfonds ist zwischenzeitlich so groß, dass man an der Entwicklung vieler Märkte aber auch an den Chancen und Risiken vieler unterschiedlicher Anlagestrategien teilhaben kann. Die meisten Privatanleger müssen also nicht auf Zertifikate ausweichen.

Für viele Anleger ist schon ein Investmentfonds nicht immer leicht zu verstehen. Würde man diesen Anlegern erklären, was alles genau hinter Zertifikaten steht, so wäre dies noch schwerer zu verstehen.

Unter den Gesichtspunkten

  • Emittentenrisiko
  • Verständnis der unterschiedlichen Geldanlage in der Tiefe

würde man erwarten, dass der Absatz von Investmentfonds deutlich höher als der von Zertifikaten ist.

Bei der Deka Bank, die im Eigentum der Sparkassen steht, und dessen Publikumsfonds und Zertifikate i.w. von Sparkassen verkauft werden, läuft es aber genau andersherum (2):

  • Absatz von Investmentfonds 1.Halbjahr 2014 : 1,9 Mrd. Euro
  • Absatz von Zertifikaten 1.Halbjahr 2014 :2,1 Mrd. Euro

Diese Gesamtsumme an Kapitalanlagen verteilt sich auf institutionelle Anleger und normale Privatkunden (diese ordnet man dem Retailbereich zu). Institutionelle Anleger können sicherlich besser als Privatkunden beurteilen, was Zertifikate sind. Seltsam nur, dass dann mehr als die Hälfte des Absatzes an Zertifikaten auf Privatkunden entfällt: 1,3 Mrd..

Und die Deka scheint weiter am Produzieren von Zertifikaten zu sein. Denn Grund nennt die Deka auch: …“auf Wunsch der Sparkassen…“ (3)

Trifft der Wunsch der Sparkassen tatsächlich die Kundenwünsche?


 

(1) Zur Sicherheit von Investmentfonds: Kurzdarstellung

(2) Pressemitteilung Deka Bank

(3) Das Investment.com:  Deka-Gruppe verkauft mehr Zertifikate als Investmentfonds

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