Was für Ihre gesetzliche Krankenkasse gilt, gilt für Ihre Sparkasse noch lange nicht.


277transparenzDer Gesetzgeber stellt zum Wohl des Verbrauchers hohe Ansprüche an die Transparenz der gesetzlichen Krankenversicherung. Gilt die auch für Banken und Sparkassen?

Ab Januar 2015 wird der allgemeine Beitragssatz der Krankenkasse von 15,5 % auf 14,6 % gesenkt. Der Sonderbeitrag von 0,9 % wird gestrichen. Auch der pauschale Zusatzbeitrag, den Krankenkassen erheben konnten, entfällt. Freuen Sie sich aber nicht zu früh, es ist damit noch nicht ausgemacht, ob Ihre Versicherung preiswerter wird. In Zukunft wird jede Kasse einen individuellen Beitragssatz erheben. Ob dieser günstiger wird, ist nicht ausgemacht.
Einen Grund, sich zu freuen, gibt es für gesetzlich Krankenversicherte aber dennoch. Der Gesetzgeber erleichtert es allen Versicherten festzustellen, ob sie oder er bei seiner Krankenkasse überdurchschnittlich viel zahlt. In Zukunft sind die gesetzlichen Krankenkassen explizit verpflichtet, ihre Versicherten (Kunden) darauf hinzuweisen, ob der Krankenversicherungsbeitrag des Versicherten über dem Durchschnitt liegt und sie weiterhin darauf hinzuweisen, dass ein Wechsel in eine günstigere Krankenkasse möglich ist.
Viele Kassen wird diese Regelung nicht erfreuen. Aus Kundensicht, bzw. aus Sicht der Versicherten, wird damit natürlich ein Optimum an Transparenz geboten.Schön, die Regierung sorgt sich also darum, dass jeder, sofern er nicht privat versichert ist, bei seinen laufenden Ausgaben sparen kann. Kann ein Versicherter nun tatsächlich sparen, so wird in vielen Fällen das Geld in Form von Sparguthaben oder Festgeld Guthaben bei Sparkassen (oder natürlich auch Banken)angelegt.
277tra2Haben wir hier auch die entsprechende Transparenz?
Bei jeder Geldanlage geht es um Sicherheit, Rentabilität und Verfügbarkeit. Die Verpflichtung von Sparkassen und Banken offen zu legen, welche Provision Sie bei Vermittlung von Produkten erhalten ist gegeben. Dieser Punkt betrifft im weiteren Sinne den Bereich der Rentabilität einer Geldanlage (hohe Kosten können die Renditen senken). Was aber ist mit der Transparenz in Hinblck auf die anderen beiden Kriterien einer Geldanlage (Sicherheit- bzw. Risiko im Umkehrschluss- und Liquidität). Einmal ganz abgesehen von den Einschränkungen der gesetzlichen Einlagensicherung, aber auch von den Sicherungseinrichtungen der Banken und Sparkassen, wäre ein expliziter Hinweis auf mögliche Risiken und auch auf realisierte Risiken sinnvoll und unabdingbar, damit der Sparer auch hier Transparenz hat. Hier herrscht aber gerade keine Transparenz.

Selbst für uns ist es nicht immer einfach, die Entwicklung möglicher individueller Risiken bei Banken und Sparkassen einzuschätzen. Und dies obwohl wir gerade dieses Marktsegment stark beobachten. Überrascht hat mich daher die Meldung aus dem Handelsblatt vom 24.7.2014, dass zwei Sparkassen, die sogar fast vor unserer Tür liegen, gerettet werden mussten.(1) So meldete das Handelsblatt unter der möglicherweise etwas irreführenden Überschrift „Sparkassen im Norden sind stabil“ , dass sowohl die Nord Ostsee Sparkasse als auch die Sparkasse Südholstein mit Hilfe der bundesweiten Sparkassenorganisation gerettet werden mussten .

Wie sich denken können, legen wir unsere Gelder nicht in Form von Tagesgeld und Festgeld bei Sparkassen oder anderen Finanzinstituten an. Bei einigen Lesern dieses Blogs kann dies aber sehr wohl zu treffen.

  • Daher unsere Frage an Sie: Haben diese Sparkassen Sie jemals darauf hingewiesen, als sie dort Festgeld oder Sparanlagen tätigen, dass sie gerettet werden mussten?
  • Und unsere Frage an den Gesetzgeber:  Warum gelten die sinnvolle Transparenzanforderungen für gesetzliche Krankenkassen, aber nur eingeschränkt für Banken und Sparkassen?

Handelsblatt: HSH-Altlasten, Sparkassen im Norden sind stabil

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