Inflation in Europa – Nachrichten bestätigen aktuelle Urlaubserfahrungen


Der diesjährige Sommerurlaub verlief in positivem Sinne erwartungsgemäß und doch außerplanmäßig. So recht deutlich wurde mir dies aber erst jetzt, nachdem ich gleich nach der Rückkehr die diversen Wirtschaftsmeldungen gesichtet habe.

Erwartungsgemäß habe ich mich auf Kreta gut erholt. Sonne, Wasser, Menschen und Essen entsprachen den Erwartungen. Weil ich nun bereits das dritte Mal im überschaubaren Ort Agia Galini meinen Sommerurlaub verbrachte, gab es auch keinerlei Anlass für irgendwelche Experimente. Was also verlief nicht nach Plan?

P1090142Das Ausgabenbudget wurde nicht überschritten, ganz im Gegenteil! Es begann schon mit der Taxifahrt vom Flughafen Heraklion nach Agia Galini. Die Tour war um ca 15% günstiger als das letzte Mal. Strandliegen und Sonnenschirme, die ich beim ersten Urlaub noch extra bezahlen musste, gab es jetzt umsonst unter der Voraussetzung, dass man im zugehörigen Strandlokal seinen Kaffee trank, um nur einige Beispiele für direkte und indirekte Preissenkungen zu nennen. Aber so richtig deutlich wurden mir die Preissenkungen erst, nachdem ich jetzt diese Meldung las: Inflation in der Eurozone bleibt ungewöhnlich schwach. Die Preissteigerung betrug im letzten Monat in der Eurozone lediglich 0,5% und war damit so niedrig wie zuletzt im Herbst 2009, wie es in dem kurzen Artikel der Euro Fund Research heißt.

Wir sollten uns daran erinnern, dass im Jahr 2009 – nach der Bankenkrise vom Herbst 2008 – das Wirtschaftswachstum dramatisch stark, wie nie seit dem zweiten Weltkrieg, eingebrochen ist. Schaut man sich am Beispiel Deutschlands an, wie sich der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts quartalsmässig entwickelte, so ergibt sich folgendes Bild:

bip2008 9

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist natürlich, dass die geringe Preissteigerung nicht zeitgleich mit dem Rückgang des Wirtschaftswachstums einhergeht, sondern eine gewisse Reaktionszeit benötigt wird. So kann man also sagen, dass die aktuelle geringe „Inflationsrate“ in Europa von 0,5% der ebenso niedrigen Preissteigerungsrate entspricht, die in Folge des massiven Einbruchs der Wirtschaftsleistung im Krisenjahr 2009 entstand.

Diese Analogie von zwei sehr niedrigen Inflationsraten mag zwar nicht unbedingt in Hinblick auf die Ursachen vergleichbar sein, aber sie weist dennoch sehr deutlich daraufhin, dass etwas bei der Bewältigung der Bankenkrise (oder Schuldenkrise, je nachdem, wie man es sehen will) nicht richtig gelaufen ist. Man ist versucht zu sagen: der einzige sichtbare Erfolg der Krisenpolitik für Europa liegt darin, dass die Banken noch da sind.

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