Merkel glaubt an Allmacht der Regulierung bzw. an Zauberei


Zaubern2614Frau Merkel fordert die Regulierung der Schattenbanken als zentrales Thema des nächsten G 20 Gipfel in Australien.

„Die Gefahr, dass bei einer verbesserten Regulierung der Banken, alle Risiken in die Schattenbanken auswandern, ist nicht nur theoretisch, sondern sie wird mir von Experten auch als ganz praktisch beschrieben.“ (1)

 

Zufragen wäre, ob Frau Merkel

  1. mögliche neue Risiken meint
  2. oder alte nicht realisierte Risiken meint?

Mögliche neuen Risiken kann man eventuell durch Regulierungen verhindern. Dabei liegt die Betonung auf „eventuell“, denn eines sollten wir erkannt haben: Wahrscheinlich sind niemals alle künftige Entwicklungen, seien sie positiv oder negativ, vorherzusehen.

Seltsam, Erkenntnisse der Vergangenheit werden gern aufgegriffen, sei es vor einiger Zeit die historisch abgeleitete 90%-Regel von Reinhart – Rogoff oder aktuell die Aussagen von Thomas Piketty zur zunehmenden Ungleichverteilung, wenn sie ins Weltbild der Politiker passen (2). Wobei ich einschränkend sagen muss das die 90%-Regel (leider) deutlich mehr Ressonanz fand. Nicht so recht in das Weltbild scheinen dagegen die Erkenntnisse von Nicolas Taleb zu passen: Es gibt schwarze Schwäne.

Ein wesentlicher  Unterschied zwischen Reinhart-Rogoff und Piketty einerseits und Taleb andererseits liegt darin, dass Reinhart-Rogoff und Piketty viele Zahlen präsentieren. Und Zahlen scheinen mehr Wahrheitsgehalt zu bieten – glauben, nicht nur, Politiker.

Zwischenfazit:

Wenn alles glücklich verläuft, wird Regulierung also eine Chance bieten, bisher bekannte Risiken für die Zukunft zu vermeiden. Nicht aber die unbekannten Risiken. Allerdings sollte man hier nachfragen, warum die Marktteilnehmer selbst nicht die Risiken vermeiden, wenn sie denn aus der Vergangenheit heraus bekannt sind? Eine Antwort fällt mir spontan ein: Weil sie gerettet werden. Übrigens meine ich damit nicht nur die Banken, sondern auch diejenigen, die bei der Bank ihr Geld anlegen. Wie wäre es, in dieser Richtung einmal weiter zu denken?

Fazit:

Wir sollten aber nicht nur zwischen alten bekannten Risiken unterscheiden, sondern auch alte nicht bewältigte Risiken betrachten. Diese sind zum Beispiel in den Assets der Banken zu finden, die nun an die Schattenbanken weiter gegeben werden. So kaufen Private Equity Gesellschaften zum Beispiel Schiffskredite von Banken auf, damit die Banken entlastet werden. Will Frau Merkel auch diese Risiken, die dann in den Schattenbanken statt in den „nomalen“ Banken lagern, weg regulieren? Das erinnert etwas an „Risiken weg zaubern„.

Wir halten es dagegen für äußerst fraglich, ob man nicht realisierte Verluste durch Regulierungen verschwinden lassen kann. Eines kann Regulierung aber mit Sicherheit verschwinden lassen: die Freiheit.

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(1) EuroFund Research: Merkel mahnt G 20 zu Regulierung von Schattenbanken

(2) Hierzu passt auch unser Beitrag: Kann Ökonomie aus der Geschichte lernen?

 

 

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