Ein Dank an die Crash-Propheten ….


Ein Dank an die Crash-Propheten! Immerhin hatten wir eine lange Zeit, in der wir uns so richtig schön fürchten konnten. Insoweit sind wir den Crash-Propheten Dank schuldig, befriedigen Sie doch ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis.

WUG

Im Rückblick (und zum Teil wäre dies vorauszusehen gewesen) muss aber ein katastrophales Versagen der Crash Propheten bezogen auf unseren Finanzmarkt festgestellt werden. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang ist der Artikel in The Wallstreet Journal (1):

Das katastrophale Versagen der Crash-Propheten

Dies soll allerdings nicht heißen, dass alle Gefahren vorüber sind, wir selbst denken dabei an Bereiche, die sonst gerne übersehen werden. Ein Beispiel wären die langfristigen Folgen der Niedrigzinspolitik.Wir meinen dabei nicht, was in den nächsten 1 bis 3 Jahren geschehen wird. Hier können wir darauf vertrauen, dass Politiker und Zentralbanker Crash-verhindernd agieren. Denn dies haben die vergangenen 5 1/2 Jahre gezeigt, bei kurzfristig offensichtlich systemrelevanten Gefahren wird gehandelt. Und Politik und Zentralbanken verfügen sehr wohl über Instrumente, um kurzfristig erfolgreich in den Markt einzugreifen. Ansonsten halten sie es mit Keynes, der gesagt haben soll: „In the long run, we are all dead“.

Man darf allerdings nicht allein den Crash- Propheten die Schuld geben. Immerhin gab es auch genug Ökonomen durchaus seriöser (?) Institute, die den Untergangs-Predigern eine schöne Vorlage geliefert haben. Hätte man den Crash-Propheten nicht besser helfen können, als die Inflationsgefahr aufgrund des „Geld drucken“ prominent in den Vordergrund zustellen?

Eigentlich hätte jeder Ökonom wissen müssen, das die Ausweitung der Geldmenge bestenfalls eine Bedingung – aber nicht zwingend kausal- für eine Inflation ist. Sicherlich gab es auch einige mehr Volkswirte, die so denken (und nicht nur den Volkswirt aus der Rothenbaumchaussee 🙂 ), allerdings fehlte deren Medienpräsens.

Aber lassen sie uns weder die Medien, noch die Crash-Propheten, noch einige Ökonomen zu stark kritisieren. Sie tun ja nur das, was ich vor langer Zeit an der Uni im Fach Marketing gelernt habe: Man kann meist nur dann optimal verkaufen, wenn ein Bedarf da ist.


 

(1) Link zum Artikel The Wallstreet Journal.

2 Gedanken zu “Ein Dank an die Crash-Propheten ….

  1. Hallo ich weiß zwar nicht auf welchen Planten Ihr wohnt aber nicht ohne Grund sind die Schulden seit 2008 um 30 % weltweit gestiegen. aktuell weltweit auf 100 Billonen Us$ Schulden!!!!!!!!!
    Sollten irgendwann die Zinsen steigen Gute Nacht John Boy

    1. Hallo Herr Wein, zweifelsohne sind die Schulden weltweit gestiegen. Aber den „welt“weiten Anstieg zu betrachten, ohne zu differenzieren bringt uns noch nicht so richtig weiter. Zum Beispiel gibt es weltweit sehr unterschiedlich hohe Zinsen, das heisst nicht alle Schulden sind zu den aktuell in Europa und in den USA niedrigen Zinssätzen aufgenommen. ( Ein ganz einfacher schneller Überblick hier: http://www.leitzinsen.info/welt.htm ) Dies zeigt schon, dass die Verbindung der Höhe der „welt“weiten Verschuldung mit „den“ Zinsen allein, keinerlei eindeutige Schlüsse zulassen.
      Wenn wir aber Deutschland isoliert betrachten, so würden steigende Zinsen im ersten Schritt denjenigen schaden, die niedrig verzinste Papiere halten.

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