Nobelpreisträger-Index zeigt, dass Aktien zu teuer sind. Aber …


Legt man das von dem Nobelpreisträger Robert J. Shiller entwickelte Shiller-KGV zugrunde, sind Aktien zu teuer. Die Kennzahl Shiller-KGV gibt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien auf Basis der langfristig nach der Methode des gleitenden Durchschnitts berechneten inflationsbereinigten Gewinne wieder.

Im langfristigen Durchschnitt beträgt das Shiller KGV ungefähr 17. Der Kurs einer Aktie beträgt also das 17-fache des wie oben dargestellt ermittelten Gewinns. Aktuell beträgt das Shiller KGV ca 25. Aktien sind danach also auf Basis einer langfristigen Betrachtung teuer, jedenfalls in Hinblick auf die möglichen Dividendenzahlungen. Denn grundsätzlich bildet der Gewinn die Grundlage für Dividendenzahlungen. Die Einschränkung  „grundsätzlich“ nehmen wir deshalb vor, weil nicht immer wenn Gewinne erzielt werden, diese auch zwangsläufig in Form von Dividenden ausgeschüttet werden.

Gewinne bedeuten also nicht automatisch Geldzufluss.

Zudem ergibt sich der finanzielle Erfolg für Aktienanleger nicht nur aus der Dividendenzahlung sondern auch aus der Kursentwicklung. Und hier weist Stuart Kirk von der Deutschen Bank auf eine Besonderheit im Zusammenhang mit dem Shiller KGV hin (1) .

Zweimal, nachdem in den letzten Jahren das Shiller KGV  die Schwelle von 25 überschritten hatte, setzte eine Aktienrally ein:

  • Dezember 1995 bis August 2000: Der Aktienindex S&P 500 stieg um 141%
  • September 2003 bis 2007: Der Aktienindex S&P 500 stieg um 46 %

Demnach könnte weiteres Potential für Aktien bestehen. Allerdings hätte diese Aussage nur dann vollumfänglich Ihre Berechtigung, wenn es tatsächlich kausale Gründe dafür gibt, eine historische Entwicklung fortzuschreiben. Aber historische Zeitreihen in die Zukunft fortzuschreiben ohne Kausalitäten zu beachten, würde implizieren, dass

  • das Verhalten der Marktteilnehmer grundsätzlich keinen Veränderungen unterliegt
  • die Rahmenbedingungen für Aktienmärkte sich im Zeitablauf nicht ändern
  • die als Alternativen für Aktienanlagen zur Verfügung stehende Anlagen sich von der Anzahl und Ausgestaltung sich nicht ändern

Natürlich wissen wir, dass der Leser lieber eine eindeutige Antwort darauf erwartet hätte, ob es nun sinnvoll ist oder nicht in Aktien zu investieren, um mit hoher Sicherheit Gewinne zu realisieren. Diese Antwort können wir nicht geben.

Lautet die Frage aber, ob es überhaupt sinnvoll ist in Aktien oder Aktienfonds zu investieren, mag sich eine klarere Antwort ergeben. Nur dürfen wir die nicht an dieser Stelle geben, weil eine Anlageempfehlung zunächst eine genaue Analyse der persönlichen Risikobereitschaft, der Kenntnisse und der Risikotragfähigkeit vorausgehen muss. Sie können uns aber jederzeit hierzu kontaktieren. (Wir beraten nicht zu Einzelaktien aber zu Aktienanlagen in Form von Investmentfonds)


Quelle:

(1) Business Insider: Robert Shiller’s Ratio Suggests Stocks Are Expensive — Here’s The Problem With That Observation

 

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