Literatur wird wahr – Die Bankenunion steht


Ich bin zwei Tage zu spät. Denn bereits am 15. April hat das europäische Parlament beschlossen, die EU-Bankenunion zu gründen. Zwar führt die Bankenunion nicht dazu, dass die Gefahr von Bankenpleiten für die Zukunft ausgeschlossen ist, aber immerhin …  „Von jetzt an werden Steuerzahler nicht mehr automatisch für Bankenverluste aufkommen müssen“ so der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Und die Parlamentarier haben diesen Augenblick „historisch“ genannt (1).

Genau genommen wird wohl nur die Geschichte im Rückblick zeigen können, ob dieser EU-Parlamentsbeschluss das Prädikat „historisch“ verdient. Ich und andere sind da durchaus anderer Meinung (2). Weil aber ein Irrtum meinerseits in dieser Sache dennoch im Bereich des Möglichen ist, habe ich mich vorsichtshalber entschlossen die Gründung der Bankenunion entsprechend zu würdigen.

RegalAm besten mit einem Zitat. Oder noch besser mit einer Analogie, oder mit beidem. Wenn es sich nicht um ein typisches Allerweltszitat handeln soll, scheint es mir angebracht, nicht im Internet zu recherchieren. Jetzt endlich erweist es sich doch noch einmal als hilfreich ein Regal mit Büchern – diese Dinger aus Papier – zu haben (Anmerkung für Kindle-Leser).

nadolnyUnter N – wenigstens im Regal herrscht Ordnung – werde ich fündig. Ein Buch, dass ich in vergangenen Zeiten sehr gern gelesen habe. Und ich muss nicht einmal blättern, denn schon der Titel gibt das passende Zitat für diesen nennenswerten Fortschritt, der nun fast 6 Jahre nach der Bankenkrise erreicht sein soll. Genauer gesagt, nach dem spürbaren Beginn der Bankenkrise. Denn wie gut oder wie schlecht es um die Banken steht, und ob die Krise vorbei ist, werden wir vielleicht erst nach dem anstehenden Bankenstresstest wissen. Unter N finde ich also Sten Nadolny – Die Entdeckung der Langsamkeit.

 

Jetzt, sehr viele Jahre nachdem ich das Buch das erste Mal gelesen habe, weiß ich: Literatur kann Wirklichkeit werden.

 

War es Zufall, dass ich noch etwas weiter nach rechts im Regal schaute? Oder ist ein höherer Sinn darin zu sehen, dass mir noch ein zweites Buch aus der N-Autorenreihe in den Blick geriet?

nuhrNein, ich meine nicht George Orwell. Der ist zwar auch noch aktuell, gehört aber doch nicht zum Themenbereich Banken. Aber die Frage von Dieter Nuhr: „Gibt es intelligentes Leben?“ könnte möglicherweise auch von Interesse sein. Aber dieser Frage können wir uns widmen, wenn es vielleicht doch nicht so richtig funktionieren wird, die Steuerzahler das nächste Mal nicht für eine Bankenrettung aufkommen zu lassen. Ich werde das Buch also zunächst einmal gut aufbewahren:-)

 

 

 

______________________________________________________________________

(1) Nie wieder Banken retten!? Handelsblatt 15.4.2014

(2) Siehe zum Beispiel unseren Blogbeitrag Update Banken: Was helfen 55 Mrd., wenn 770 Mrd. fehlen? 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s