Die Freiheit des Geldes, nicht mehr grenzenlos? Kapitalverkehrskontrollen


börse2Überraschend fand ich dieser Tage die Nachricht, dass Bargeldkäufe in der Schweiz verboten werden sollen (1). Zwar sollen nur Käufe mit einem Betrag von mehr als 100.000 Euro  betroffen sein, aber diese geplante Gesetzesänderung legt dem vorsichtigen Investor nahe, den Gedanken an Kapitalverkehrskontrollen nicht ganz bei der Allokation seiner Geldanlagen außer Acht zu lassen.

Viele besorgte Anleger, die immer noch die Gefahren von Systemzusammenbrüchen sehen, setzen traditioneller weise auf Gold und berücksichtigen dabei möglicherweise auch die Lagerstellen in (vermeintlich) sicheren Staaten. Gold behalte immer seinen Wert – und damit könne man auch in und nach der Krise überleben.

Auch wenn ich aufgrund meiner Mentalität nicht zu der Riege der Untergangspropheten gehöre: Man sollte nicht die Risiken vergessen, die aus den noch ungelösten Problemen des Finanzsektors resultieren können. Letztendlich ist es in diesem Zusammenhang auch nicht notwendig über die Wahrscheinlichkeit und möglichen Ursachen des Eintritts eines umfassenden Finanzcrash zu diskutieren. Es ist relativ simpel, wenn man einmal die zeitliche Komponente außer acht lässt: Entweder der Crash kommt oder er kommt nicht.

Im Übrigen sind wirtschaftliche Zusammenbrüche, zumindest historisch gesehen, gar nicht etwas so ungewöhnliches. Aber obwohl solche Ereignisse bekannt sind, verengt sich der Blick der besorgten Anleger nur auf den das Eintreten der Krise und den Zeitraum der Krise. Nicht in die Überlegungen einbezogen wird, dass – jedenfalls bisher – nach jeder  Krise irgendwann eine Erholung einsetzte. Diese Betrachtungsweise ist verkürzt. Denn auch wenn diese Aussage nicht besonders schön klingt, gab es in und nach jeder Krise  Profiteure, oder soll ich besser sagen Gewinner.

Eine Voraussetzung um zu profitieren, ist die Möglichkeit am richtigen Ort und zur richtigen Zeit investieren zu können. Hilft da Gold? Können Sie in einem Krisenszenario im Zweifel Ihr Gold über tausende Kilometer transportieren, um dann am richtigen Fleck der Welt zu investieren?

Wohl kaum. Sie benötigen Geld – in der richtigen Währung – und müssen dieses Geld „transportieren“ können. Nur schade, wenn man dann die Macht der jeweiligen Staaten zu spüren bekommt, die so etwas einfach verbieten können. Genauso wie Regierungen auch den Goldbesitz verbieten können und  bereits verboten hatten.

Dass das Thema Kapitalverkehrskontrollen ein wesentlches Thema professioneller Investoren ist, zeigt auch eine Befragung von Fondsmanagern, die die Bank of America Merrill Lynch (2)  durchgeführt hat. Protektionistische Massnahmen, also etwa Kapitalkontrollen, werden an dritter Stelle der als möglich erachteten Risiken für die Finanzmarktstabilität genannt. Dies Ergebnis ist nun nicht so zu interpretieren, dass die Fondsmanager alle einen Systemzusammenbruch befürchten. Ich vermute eher, dass die professionellen Investoren hier mehr die Risiken für die Wertentwicklungen einzelner Anlagenklassen sehen, die durch singuläre protektionistische Massnahmen entstehen. Dennoch zeigt diese Risikoeinschätzung, dass eine Einbeziehung der Möglichkeit von Kapitalverkehrskontrollen wesentlich für erfolgreiche Diversifikationsstrategien der persönlichen Kapitalanlagen ist.

Sind Sie daran interessiert, diese Überlegungen bei Ihrer Anlagestrategie zu berücksichtigen? Möglich ist dies bereits für Anlagebeträge ab 20.000 Euro. Dabei handelt es sich um eine absolut steuerehrliche Anlageformen. Fragen Sie uns.

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(1) Der Schweizer Bundesrat hat dem Vorschlag für Bargeldkaufverbote am 19.Febr.2014 zugestimmt, meldet die Neue Zürcher Zeitung

(2) Das Ergebnis der Befragung findet sich im Blog Momentum der Zeitschrift Finanz und Wirtschaft.

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