Die Bedeutung von Bändchen, Band und Sympathien im Finanzbereich – oder: Wie eine Bank ganz einfach verschwindet


Bändchen können Sympathien verspielen, jedenfalls im Finanzsektor. Die Ergo Versicherung  musste dies im Zusammenhang mit ihrer Incentive-Reise nach Budapest schmerzhaft erfahren. Aber nicht nur für Versicherungsgesellschaften kann ein „Band“ ein fast lebenswichtiges Thema darstellen.

drebaEs gab nämlich einmal vor gar nicht langer Zeit in Deutschland eine Bank (tatsächlich kein Schreibfehler, ich schreibe bewusst in der Vergangenheit,  wenngleich sich nur wenige Menschen vorstellen können, dass hier bei uns eine Bank einfach so verschwindet (1)). Und diese Bank nutzte auch ganz bewusst den Begriff „Band“ um ihre Geschäfte auszuweiten: „Das grüne Band der Sympathie“

Erinnern Sie sich? Es war die Dresdner Bank.

Jetzt sagen sie möglicherweise, die Bank sei ja gar nicht richtig verschwunden. Denn die Dresdner Bank gibt es zwar nicht mehr vom Namen her. Aber ihre Kunden, deren Konten und ihre Mitarbeiter sind doch von der Commerzbank übernommen worden.

Das ist zunächst einmal richtig. Aber ein Unternehmen – und somit auch eine Bank – ist nicht nur durch die Zahl ihrer Kunden und Mitarbeiter definiert. Auch der Umfang der geschäftlichen Aktivitäten ist von Bedeutung. Was würde ein Unternehmen nützen, wenn es zwar Mitarbeiter hätte, aber die Arbeit dieser Mitarbeiter zu keinem Geschäft führen würden? In welchem Umfang Unternehmen erfolgreich Geschäfte betreiben, zeigt (auf einen Zeitpunkt bezogen) die Bilanz an. Aus der Bilanz lässt sich der Gewinn ablesen, aber die Bilanz zeigt zugleich an, woher die Mittel stammen, die die Grundlagen für den Geschäftserfolg sind und wie diese Mittel verwandt wurden. Die Bilanzsumme ist dann ein Maßstab für die Größe des Unternehmens.

Und genau an dieser Stelle ist folgende Meldung interessant:

„Mit einer Bilanzsumme von 550 (2012: 636) Milliarden Euro ist die Commerzbank nun kleiner als sie vor der Fusion mit der Dresdner Bank allein war.“ (2)

Nun ist also die Dresdner Bank in diesem Sinne tatsächlich gänzlich  verschwunden, und es hat keiner gemerkt. Das wäre allerdings auch noch schöner, wenn es bemerkt worden wäre. Denn,

„…das geht gar nicht…“

Warum geht es gar nicht? Weil es da jemanden gab, der uns mit einer Staatsgarantie versprochen hatte, das unsere Spareinlagen sicher seien. Und ein solches Versprechen passt nun einmal schlecht zum Verschwinden einer Bank.

Ich muss aber noch etwas zur Bedeutung des Begriffs „Band“ sagen. Es gibt unterschiedlichste Bedeutungen (3), eine lautet:

„dasjenige, was verbindet und/oder verknüpft“

Die Dresdner Bank hatte in diesem Sinne unter Marketinggesichtspunkten  einen gelungenen Slogan gewunden. Aber war der Bank schon damals auch der visionäre Inhalt dieser Botschaft bewusst? Es gibt da nämlich etwas, was uns alle auch heute noch und in Zukunft mit der Dresdner Bank verbindet und/oder verknüpft: die enormen Kosten der Bankenrettung!

Ein Werbeslogan kann allerdings nur selten dauerhaft vollumfänglich richtig sein. Denn nicht nur „Band“ ist ein Bestandteil des Slogans der Dresdner Bank gewesen. Es gab da auch noch den Begriff „Sympathie“ ….

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(1) Ich komme zu diesem Schluss, weil es sonst unverständlich wäre, dass so viele Menschen derart große Summen an Geld bei Banken disponieren.

(2) Meldung von Reuters Deutschland vom 13.2.2014

(3) aus Wiktionary 

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