Impressionen vom Hamburger Börsentag


HBTDieses Wochende waren wir das dritte Mal als Aussteller und als Vortragsredner auf dem Hamburger Börsentag vertreten. Mit 115 Ausstellern wurde den Besuchern ein durchaus interessantes Angebot gemacht. Auch das Vortragsprogramm deckte ein breites Spektrum ab und versuchte durchaus konkrete Fragestellungen zu Anlagemöglichkeiten zu beantworten. Naturgemäss decken sich die Antworten der Vortragsredner aber zuweilen mit deren Angeboten. Wir lieben es dagegen mehr grundsätzliche Fragestellungen aufzugreifen:

  • im Jahr 2011: „Neue Wege der Volkswirtschaftslehre: Die aktuellen Schwankungen fast aller Anlageklassen sind nicht unerklärlich“
  • im Jahr 2012: „Dem magischen Dreieck ein „Schnäppchen“ schlagen.“
  • und aktuell in diesem Jahr: „Brauchen wir Banken?“

Aber ich möchte an dieser Stelle einige sehr persönliche Eindrücke wiedergeben:

Das Publikum ist wie in jedem Jahr sehr gemischt. Es sind nahezu alle Altersklassen vertreten und soweit dies ersichtlich ist, auch viele unterschiedliche Vermögensklassen. In der Mehrzahl sind die Besucher grundsätzlich der Aktienanlage zugeneigt und es finden sich relativ viel Trader.

Aber – und das finden meine Geschäftspartnerin und ich sehr erfreulich- es waren auch Besucher anwesend, die zum Beispiel aufgrund von Erbschaften plötzlich über größere Geldbeträge verfügten und sich zunächst allgemein informieren wollten. (Jetzt bitte nichts Falsches denken: Wir fanden es nicht in erster Linie deshalb erfreulich, weil wir so möglicherweise neue Kunden gewinnen. Nein, wir halten es generell für sehr wünschenswert, wenn sich potentielle Anleger umfassend informieren).

Etwas nachdenklich stimmt aber auch, auf einer solchen Veranstaltung die echte vorhandene Armut zu sehen. Ich weiß, man soll von der Kleidung und dem Habitus nicht auf Reichtum und erst recht nicht auf Menschen schließen. Dennoch: es gab eine in Höhe von 5% bis 10% geschätzte Anzahl von Besuchern, die gezielt „give aways“ wie Taschen, Kugelschreiber, Schreibblöcke, Süßigkeiten usw. in möglichst großer Anzahl sammelten, weil sie diese tatsächlich benötigten. Auch Dank unser Sponsoren waren wir gut ausgestattet und verteilten gern.

Etwas weniger positiv fanden wir Aussagen von Besuchern, wie „man müsse jetzt unbedingt Aktien kaufen, denn das sagen alle hier„. Die  Aussteller sollten doch etwas differenzierter Ihre Angebote darstellen. Immerhin: Gold war nicht mehr so das Thema wie in den Vorjahren 🙂

Am meisten hat mich allerdings überrascht, welch geringe Bedeutung den Social Media zur Informationsgewinnung beigemessen wurde. In meinem Vortrag stellte ich die Frage, wer denn Twitter aktiv nutzen würde, um sich über Wirtschaft, Finanzen und Anlagen zu informieren? Antwort: Twitter nutze keiner. Hier ist Deutschland sicher im Vergleich zu den USA noch ein Entwicklungsland. Schade.

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