Krankenkassen zahlen viel zu wenig, wenn es am dringendsten benötigt wird


Gibt es einen berechtigten Grund zur  Annahme, dass eine Familie im Falle einer länger andauernden Krankheit  der „Ernährerin“ oder des „Ernährers“ monatlich zwischen 340 Euro bis 570 Euro weniger an Einkommen benötigt, wie diese Tabelle zeigt?

KTGDiese Differenz zum Nettogehalt ergibt sich, wenn bei einer längerer Erkrankung das Krankentagegeld einer gesetzlichen Krankenkasse bezogen wird.

Wahrscheinlich nicht, denn bei den hier genannten Einkommensgrößen wird das persönliche Budget in der Regel voll verplant sein. Umso unverständlicher ist es, dass unser Sozialsystem hier nicht greift. Bei einer Krankheit, die länger als 6 Wochen andauert, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nämlich nur ein begrenztes Krankengeld.  Dieses  Krankentageegeld ist begrenzt auf

  • 70% des  Bruttoeinkommens
  • aber höchstens 90% des Nettoeinkommens

Dieses schon stark reduzierte Einkommen wird aber noch zweimal zusätzlich reduziert. Die erste Reduktion erleben Sie im Krankheitsfall sofort.  Denn von dem Krankengeld werden sofort Sozialversicherungsbeiträge erhoben.  Dies sind die Beiträge für Renten-,  Arbeitslosen- und Pflegepflichtversicherung . (Etwas böse formuliert, brauchen Sie wenigsten keine Krankenversicherungsbeiträge für eine Versicherung zu zahlen, die Sie dann im Stich lässt, wenn Sie diese dringend brauchen). Steuern brauchen Sie auf das Krankentagegeld – zunächst-  nicht zu zahlen. In einem solchen Fall bliebe ja kaum etwas übrig. Aber hier kommt die nächste Überraschung bzw. die zweite Reduktion. Sie merken diese nicht sofort, aber Sie werden diese bei dem nächsten Steuerbescheid merken.  Denn ein Krankentagegeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Dieser funktioniert wie folgt: Es wird zunächst Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen auf Basis Ihrer regulären Einkünfte ermittelt. Aus der daraus resultierenden Steuer wird  der durchschnittliche Steuersatz ermittelt. Dann wird zu Ihrem regulären zu versteuernden Jahreseinkommen das Krankentagegeld zu addiert.  Diese Summe wird dann mit dem so  ermittelten  Steuersatz  multipliziert. Im Ergebnis steigt die Steuerzahlung und das Krankentagegeld wird indirekt besteuert.

Wir und Sie als Einzelperson können natürlich (leider) weder das Steuersystem noch unser Sozialsystem ändern. So bleibt Ihnen nur das Risiko zu tragen oder die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, was in letzterem Fall bedeutet eine Versicherung abzuschließen.  Der Kreis, der Personen, die hier eine Entscheidung treffen sollte, scheint sehr groß zu sein.(Deshalb würden wir uns über eine Empfehlung freuen, und wahrscheinlich würde sich auch der Empfänger der Empfehlung freuen 🙂 )

KTG2Es gibt in Deutschland zurzeit ca. 29 Mio sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (1).  Will man den Anteil der Personen ermitteln, die einen entsprechenden Versicherungsbedarf haben, so sind noch die Selbständigen hinzuzählen, diese Zahl beträgt ca 2,6 Mio. (2). Dieser Zahl von rund 31,6 Mio Menschen steht nach einer Aussage des Verbandes der privaten Krankenversicherung eine Anzahl entsprechender Versicherungsverträge von 3,6 Mio gegenüber.

Vielleicht fällt die Entscheidung leichter, wenn die monatlichen Beiträge für diesen privaten Versicherungsschutz bekannt sind:

KTG3Wenn Sie sich entscheiden, ein ergänzendes privates Krankentagegeld abzuschließen, gibt es einige Besonderheiten zu beachten Mehr Informationen erhalten Sie auf unser Homepage.

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Anmerkungen:

(1) Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betrug Ende 2012 genau 29,143 Mio

(2) Eine Zahl laut DIW – Quelle Handelsblatt

(3) Entnommen aus „Das Investment“

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