Investmentfondsberatung: Darf Ihr Berater Ihnen noch helfen?


Seit dem 1.7.2013 sind die Voraussetzungen für die Beratung zu Investmentfonds und geschlossenen Fonds neu geregelt. Damit Ihr Berater Sie zu diesen Themen beraten darf, muss er über eine Erlaubnis nach §34 f GewO verfügen. Um diese Erlaubnis zu erhalten, werden besondere Anforderungen an die Qualifikation gestellt. Zusätzlich muss der Berater sich jährlich einer Prüfung durch ein Wirtschaftsprüfer unterziehen, in der nachzuweisen ist, dass exakt der Ablauf der Beratung dokumentiert wurde. Dies erfordert in vielen Fällen eine Umorganisation des Betriebes und kann nicht unbeträchtliche Kosten nach sich ziehen.

Aus diesem Grunde haben längst nicht alle Berater, die in der Vergangenheit diese Formen der Geldanlagen vermittelt hatten und Ihre Kunden hierzu betreut haben, die neue Erlaubnis beantragt.

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Anmerkung: Nach neuester Meldung hat sich die Zahl der registrierten Berater gegenüber der in der Grafik etwas erhöht. Nach Mitteilung des DIHK beträgt die Zahl 30.402. (Quelle: Euro FundResearch)

Es besteht somit die Gefahr, dass in der Vergangenheit vermittelten Investmentfonds in Zukunft nicht mehr betreut werden. Die Summe der in der Vergangenheit vermittelten Investmentfonds bezeichnet man als Investmentfondsbestände. In der Regel resultieren aus diesen Beständen für den ursprünglichen Vermittler regelmäßige Bestandsprovisionen. Unserer Kenntnis nach ist noch nicht in allen Fällen geklärt, ob diese Bestandsprovision auch in Zukunft an Vermittler gezahlt werden, wenn die Erlaubnis nicht vorliegt. Hier können für Vermittler Interessenkonflikte auftreten. Die alten Kunden des Vermittlers werden erwarten, dass ihr Berater sie auch in Zukunft zu der Entwicklung der Fonds anspricht. Hat der Vermittler aber nicht die Erlaubnis nach § 34f GewO gerät der Vermittler in eine Zwickmühle. Er müsste eigentlich seinen Investmentfondsbestand an einen anderen Berater übertragen, damit die Betreuung der Kunden erhalten bleibt. Dies hat zur Folge,

  • dass der Vermittler mit Sicherheit seine Bestandsprovisionen verliert
  • dass der Vermittler eventuell seinen Kunden ganz verliert.

Der Grund liegt in dem Begriff „Beratung“.

Verfügt ein Vermittler nicht über die Erlaubnis nach §34 f GewO, darf er nicht beraten. Er darf seinen Kunden also weder sagen, ob sie ihre von ihm vermittelten Investmentfonds behalten sollten, noch ob Sie diese verkaufen sollten. Er darf sie lediglich über Funktionsweise informieren.

Eine sinnvolle und saubere Vorgehensweise wäre daher in diesem Fall, dass der Berater  seine Kunden aktiv informiert, dass sie von ihm zu diesen Formen der Geldanlagen keine Beratung mehr erhalten können und  ihnen Wege aufzeigt,wie ihre Investmentfonds in Zukunft betreut werden können.

Für Berater und Vermittler, die diesen Weg bisher nicht gewählt haben, entsteht aktuell ein besonderes Problem, wenn diese offene Immobilienfonds insbesondere in Form von Sparplänen vermittelt haben. Denn seit dem 22. Juli gelten hier besondere Regelungen (1).

Aus Sicht des Beraters wird hier ein besonderes Standing gefordert : er muss seine Kunden informieren, dass für diese Sparvorgänge wichtige neue Regelung gelten und darf ihnen nicht sagen, was sie tun sollten (Das wäre „Beratung“). Geht Ihr persönlicher Berater in dieser Form aktiv auf Sie zu,  dann können wir nur gratulieren: „Sie haben einen vorbildlichen Berater gewählt.“

Übrigens verringert sich die Anzahl der Berater, die in Zukunft noch die Erlaubnis haben, zu Beteiligungen/geschlossene Fonds zu beraten, noch mehr:

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Anmerkung: Nach neuester Meldung hat sich die Zahl der registrierten Berater gegenüber der in der Grafik etwas erhöht. Nach Mitteilung des DIHK beträgt die Zahl 8250. (Quelle: Euro FundResearch)

Ob Ihr Berater eine Erlaubnis zum Vermitteln von Investmentfonds und/oder Beteiligungen hat, können Sie selbst im Vermittlerregister recherchieren.

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Anmerkungen:

(1) Offene Immobilienfonds: Jetzt nur nichts durcheinander bekommen

(2) Zu den Grafiken: Tatsächlich dürften die Anzahl der Berater, die Sie weiterhin zu Investmentfonds beraten dürfen etwas höher liegen. Ein -noch unbekannter- Teil der Berater hat seine Unabhängigkeit insoweit aufgegeben, dass er in Zukunft unter einem Haftungsdach arbeitet. In diesem Fall darf er nach Vorgabe des Haftungsdachs und unter Beachtung der Produktauswahl durch das Haftungsdach weiter beraten. Nicht erfasst sind in den Tabellen die Bankberater. Die Zahlen haben wir folgenden Artikeln entnommen:

Wallstreet-online

Fondsprofessionell

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