Offene Immobilienfonds: Auf den Inhalt kommt es an


oif aWird ein wichtiger Stichttag für eine der ehemals beliebtesten Anlageformen vergessen? Am 22. Juli tritt das KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch) mit wichtigen Folgen für offene Immobilienfonds in Kraft. Dies wird zu einschneidenden Änderungen für die Anleger führen, die nach dem Stichtag  in offenen Immobilienfonds investieren. Nur wer rechtzeitigt vor dem Inkrafttreten des Gesetzes Anteile an offenen Immobilienfonds erworben hat, behält in Zukunft das Recht 2x jährlich bis zu 30.000 Euro verkaufen zu können. Wer danach Anteil erwirbt, verzichtet auf einen wesentlichen Vorteil der Investmentfonds: die (fast) jederzeitige Verfügbarkeit der OIF neu 2Anlagen (1: wichtige Anmerkung!). Aber sind offene Immobilienfonds nach dem Debakel der vergangenen Schließungen überhaupt eine sinnvolle Anlageform? Googelt man den Begriff „offene Immobilienfonds“ stehen aktuell einmal nicht die Rechtsanwälte an erster Stelle der Suchergebnisse sondern überraschend (?) positive Meldungen:

Nicht nur die Medien berichten positiv. Auch die Rating Agentur Scope veröffentlicht aktuell eine Rating-Analyse mit überraschend positiven Meldungen .Also kaufen?

Nach all den Krisen um unterschiedlichste Anlageprodukte der Vergangenheit, sollte ein Anleger grundsätzlich nur Produkte kaufen, die er versteht. Und verstehen bedeutet nun einmal nicht, Ratingnoten zu kennen und danach zu kaufen.Und auch die Wertentwicklung von Anlagen aus der Vergangenheit können nur einen Hinweis bieten, sich näher mit der Anlageform zu beschäftigen.

Schaut man sich Umfragen an, so könnte man darauf schließen, dass Immobilienanlagen den Anlegern gut bekannt sind. Denn ich vermute, dass die Entscheidung eines Anlegers, sein Geld in eine Immobilie zu investieren, in der Regel ohne Konsultation seines Bankberater erfolgt. Also könnte man vermuten, dass eine Entscheidung pro oder contra für ein Investment allein anhand der Ratingurteile und positiven Pressemeldungen getroffen werden könnte. Wir meinen, dies ist bei einer Anlage in offenen Immobilienfonds nicht sinnvoll oder nur eingeschränkt sinnvoll.

Offene Immobilienfonds sind komplexere Produkte. Sie investieren nicht nur in Immobilien, sondern legen auch die Liquiditätsreserve an. Mit offenen Immobilienfonds kaufen Sie also nicht nur Immobilien.

Viel gravierender ist, dass Immobilie nicht Immobile ist. Wichtig ist beispielweise der Unterschied in der Nutzung: Hotelimmobilien, Büroimmobilien, Logistik-Immobilen und eben Wohnungen. Die Art der Nutzung hat zum Beispiel Einfluss darauf, wie abhängig die Sicherheit der Mieteinahmen von der Konjunktur ist. Jede Art der Immobilienanlage wird je nach gesamtwirtschaftlicher Situation und nach Situation des allgemeinen Anlagemarktes unterschiedliche  Stärken oder Schwächen aufzeigen.

Schaut man sich die Entwicklung unterschiedlichster Immobilienfonds in der jüngeren Vergangenheit an, scheint der  typische Anleger, der jetzt in Wohnimmobilien investiert (Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäuser,) richtig zu liegen. Dazu betrachten wir die Wertentwicklungen von

  • dem Durchschnitt der in Europa investierenden offenen Immobilienfonds
  • dem Durchschnitt der weltweit investierenden offenen Immobilienfonds
  • zweier in Wohnimmobilien (oder überwiegend in Wohnimmobilien) investierender Investmentfonds

OIF neu

Weil Durchschnittswerte durch mögliche Extremwerte zu einem verzerrenden Eindruck führen können, stellen wir hier einzelne Fondsergebnisse von offenen Immobilienfonds mit Schwerpunkt Europa dar:
oifu ewAn dieser Stelle sollten aber noch einmal Unterschiede zwischen einer Direktanlage im Bereich Wohnimmobilien und offener Wohnimmobilienfonds dargestellt werden.
Offene Wohnimmobilienfonds ermöglichen eine Geldanlage in Wohnimmobilien bereits mit Beträge, für die eine Eigentumswohnung nicht zu erwerben ist. Die Nebenkosten des Erwerbs sind günstiger: Es fallen nicht direkt zusätzlich Gerichts-und Notarkosten und Grunderwerbsteuer an. (Wie hoch das Agio für Wohnimmobilienfonds ist, ist in der Regel Verhandlungssache). Offene Wohnimmobilienfonds sind schneller zu verkaufen. Dabei ist aber die Grenze von 30.000 Euro je Halbjahr zu beachten und der Kauf muss vor dem Stichttag erfolgt sein. Allerdings beinhalten offene Immobilienfonds grundsätzlich das Risiko der Aussetzung der Anteilsrücknahme. Generell ist zu beachten, dass auch mit offenen Wohnimmobilienfonds Verluste möglich sind und das vergangene Wertentwicklungen wirklich keine Garantie für künftige Wertentwicklungen sind!
Ihre ganz persönliche Frage können sie uns hier stellen.
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Disclaimer:
Diese Betrachtung kann keine individuelle Anlageberatung ersetzen. Sie stellt auch keine Empfehlung zum Kauf von den genannten Investmentfonds oder Immobilien generell dar.

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