Versorgungswerke: Lohnt sich eine vorgezogene Rente?


Das Niedrigzinsniveau trifft nicht nur die Sparer, die mit einer konventionellen Lebensversicherungen ihre Altersversorgung aufbessern möchten. Möglicherweise sind Freiberufler von den bei uns in Deutschland bisher unbekannten  Auswirkungen der niedrigen Zinsen auf ihre Altersversorgung noch stärker betroffen (1). Aber: nicht alle Mitglieder von Versorgungswerken müssen dieser Entwicklung hilflos zusehen. Zumindest wenn das 60. Lebensjahr erreicht ist, sollte abgewägt werden, ob eine vorgezogene Rente sinnvoll ist. Denn bei vielen Versorgungseinrichtungen ist diese Möglichkeit grundsätzlich gegeben. Wird die zusätzliche Liquidität aus dieser vorgezogenen Rente gespart, kann aus dem so gebildeten KapitaI später die Differenz zu der regulären Altersrente erbracht werden (2).  Unser Tochterunternehmen FORAIM Finanzanalyse & -consulting GmbH  hat für unterschiedlichste Situationen errechnet, wie hoch dann der erforderliche Anlagezins sein muss, und wie lange dann das Kapital ausreicht, um diese Differenz zu bestreiten:

ÄVW

Wie ist bei der  Entscheidungsfindung vorzugehen?

Zunächst sollte festgelegt werden, welche Rendite mit der zusätzlichen Liquidität aus der vorgezogenen Rente erwirtschaftet werden kann. Diese Rendite wird entsprechend der persönlichen Risikopräferenz vorgegeben. Bei der Berechnung  sind steuerliche Aspekte in  verschiedener Hinsicht zu berücksichtigen.Das Schema der Berechnung stellt sich wie folgt dar:AVW 3Das Berechnungsmodul 1 beinhaltet folgende Größen:

Modul1 Das Berechnungsmodul 2 ermittelt genau das Sparvolumen, welches sich durch die vorgezogene Rente ergibt:

Mo 2Mit diesen Schritten werden die Rentabilitätsaspekte einer vorgezogenen Altersrente berücksichtigt. Rein unter diesen Gesichtspunkten lohnt sich eine vorgezogene Rente häufig.

Neben den Rentabilitätsaspekten sind aber weitere Punkte relevant. Dabei könnte sich bei der Entscheidung für eine vorgezogene Rente negativ auswirken:

  • mit der vorgezogenen Altersrente entfällt der Berufsunfähigkeitsschutz
  • mögliche Witwen- und Waisenrenten fallen geringer aus

Um diese möglicherweise negativen Aspekte zu überprüfen, müssen die oben genannten Berechnungen auch für diese Szenarien durchgeführt werden.

Abgesehen von den vorgenannten Rentabilitätsüberlegungen gibt es aber auch weitere Gründe, die sich positiv in Hinblick auf eine vorgezogene Rente auswirken könnten:

  • die Basis der Altersrente kann diversifizierter gestaltet werden
  • unter Umständen kann eine zusätzliche anfängliche Erhöhung der vorgezogenen Rente zum Tragen kommen, wenn sich zum Zeitpunkt der vorgezogenen Rente noch Kinder in der Ausbildung befinden.
  • positive steuerliche Effekte können sich ergeben, wenn im Rentenalter Einkünfte aus Vermietung von Immobilien erzielt werden
  • die gesamte Altersrente kann degressiv gestaltet werden. In den ersten Jahren des Ruhestandes kann die „Rente“ höher ausfallen, später wird sie geringer sein (Dahinter kann das Motiv stehen „sich noch etwas gönnen, solange die Fitness gegeben ist“)

Die Aufzählung aller Entscheidungsaspekte ist an dieser Stelle nicht komplett. Bei Bedarf erstellt Ihnen aber unser Tochterunternehmen FORAIM Finanzanalyse & -consulting GmbH eine komplette individuelle Analyse. Die Kosten belaufen sich je nach individueller Situation auf 50 bis 250 Euro. Bis zum 30. Juni 2013 können Sie diese Leistung aber kostenfrei erhalten. Wenn Sie Interesse haben, so teilen Sie uns dies hier mit.

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Anmerkungen:

(1) Im Gegensatz zum Umlageverfahren der  gesetzlichen Rentenversicherung basiert die Pflichtaltersversorgung vieler so genannter Kammerberufe auf den Anlageerfolgen der Versorgungswerke. In der Vergangenheit waren die Leistung der Versorgungswerke oft wesentlich besser als die der gesetzlichen Rentenversicherung. Der bisherige Vorteil kann sich jetzt aber ins Gegenteil drehen.  Denn mit den typischen Anlagen der Versorgungswerken lassen sich im jetzigen Zinsumfeld nicht mehr die Renditen erwirtschaften, die bisher die Basis für die relativ hohen Renten bildeten (siehe hierzu auch unseren Artikel: Standesberufe: wie eine priviligierte Altersversorgung zum Risiko werden kann)

(2) In der Regel muss dazu die bisherigen Berufstätigkeit nicht beendet werden (gilt nur für Selbstständige). Es besteht also die Möglichkeit neben dem bisherigen Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit bereits mit 60 Jahren eine vorzeitige Rente zu beziehen. Diese Rente fällt natürlich deutlich geringer aus, als die reguläre Altersrente. Dennoch kann es sich aus verschiedensten Gründen lohnen, sich für die vorgezogene Rente zu entscheiden. Das ersparte Geld sollte dann für den Aufbau einer eigenen ergänzenden Altersversorgung verwandt werden.

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