Diversifikation den neuen Zeiten entsprechend gedacht


Üblicherweise versteht man unter Diversifikation die Aufteilung der persönlichen Geldanlagen auf verschiedene Assetklassen. Ein einfaches Beispiel für Diversifikationsmöglichkeiten liefert das Fachbuch „Wertpapiermanagement“(1). Hier wird  zwischen Anlagen in Aktien, Anleihen und Immobilien unterschieden. Innerhalb dieser Anlageklassen kann weiter diversifiziert werden, zum Beispiel kann im Bereich der Aktien zusätzlich nach Branchen unterschieden werden . Eine Diversifikation  soll das Risiko für das gesamte Portfolio dadurch mindern, dass sich die einzelnen Anlagen nicht  gleichmäßig in eine Richtung entwickeln (keine Korrelation).

Nun gab es in jüngerer Vergangenheit durchaus Zeiten,  in denen fast alle Anlagen sich gleichmäßig – und zwar negativ  – entwickelt haben. Damit könnte man meinen, auch eine Diversifikation würde  den gewünschten  Erfolg nicht sicherstellen. Diese Meinung vertreten wir so nicht, denn zum einen gab es durchaus Anlagen, die zum Beispiel im Crash 2008 nicht verloren haben, und zum anderen ist es heutzutage wichtig Diversifikation einmal grundsätzlich anders zu denken.

Mit einer Diversifikation wird ein bestimmter Anlageerfolg angestrebt. Dabei  wird  dieser Anlageerfolg üblicherweise über die Relation Risiko/Rendite gemessen.

Das Beispiel Zypern zeigt, dass diese beiden Beurteilungskriterien für den Erfolg einer Anlage nicht ausreichend sind. Denn was nutzt eine Diversifikation, wenn man z.B. über seine Gelder aufgrund von  Kapitalverkehrskontrollen nicht mehr frei verfügen kann.

Man vergisst also leicht bei der Diversifizierung seiner Geldanlagen, dass eine Kapitalanlage durch drei wesentliche Eigenschaften beschrieben wird:

  • Rentabilität
  • Sicherheit
  • und zuweilen vergessen: Liquidität /Verfügbarkeit

Eigentlich ist die Vernachlässigung der letzt genannten Eigenschaft wenig verständlich. Denn sie basiert nicht auf  hochwissenschaftliche Erklärungen, sondern leitet sich aus dem allgemein bekannten Magischen Dreieck ab.

Wichtig ist es also bei der Diversifikation auch auf national unterschiedliche  Kapitallagerstellen zu achten.  Gelder im Ausland  anzulegen, bezieht seine Begründung also nicht primär daraus, Steuer zu sparen. (Es kann zwar in Einzelfällen  positive steuerliche Effekte geben, diese sollten aber immer legal sein, was sich eigentlich von selbst verstehen sollte!) Nein, der wichtigste Aspekt ist, in möglichen Krisenzeiten die Chance zu haben, unabhängig von nationalen Regelungen sein Geld neu disponieren zu können.

Nun wird niemand wissen, in welchen Ländern es in Zukunft möglicherweise Kapitalverkehrskontrollen geben kann. Im Prinzip haben wir hier die gleiche Ungewissheit, die wir auch für die zukünftige Entwicklung von Aktien und Renten haben.

Und was unternimmt man jetzt sinnvollerweise?

Man diversifiziert  soweit möglich und rechtlich zulässig ein Teil seines Vermögens in unterschiedlichen Ländern. Entgegen lang landläufiger Meinung ist dies auch schon mit relativ kleinen Beträgen möglich.

Wenn Sie weitergehenden Fragen hierzu haben, wenden Sie sich gern an uns.

___________________________________________________________________________

(1) Manfred Steiner / Christoph Bruns , Wertpapiermanagement. Professionelle Wertpapieranalyse und Portfoliostrukturierung, Schäffer Poeschel, 2007, S.111

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s