Unisex – jetzt kommen die Frauen (in die Vorteile der neuen Kalkulation)


von Christiane Könitz

Bis Mitte letzten Jahres dominierte in der Versicherungswerbung das Thema Unisex-Tarife.

Mit "Unisex" wurden in 2012 hauptsächlich Männer angesprochen. Lag es an dieser seltsamen Wortschöpfung?
Mit „Unisex“ wurden in 2012 hauptsächlich Männer angesprochen. Lag es an dieser seltsamen Wortschöpfung?

Überwiegend den Männer wurde der Abschluss von Versicherungen empfohlen, die durch die geschlechtsneutrale Kalkulation ab dem 21.12.2012 teurer werden würden. Dies betraf zum Beispiel Berufsunfähigkeitsversicherungen und Renten- sowie Pflegeversicherungen.

Und wie sieht es heute aus?

Wenn aufgrund der neuen geschlechtspezifischen Kalkulation, die die unterschiedlichen Risiken von Frau und Mann nivilliert, muss es ja eigentlich auch Bereiche geben, in denen die Frauen von dieser Kalkulation profitieren. Die Schlagzeilen widersprechen diesem für 2013 erwarteten Vorteil:

Wider vielen Schlagzeilen: Frauen können in 2013 von den Unisex-Tarifen profitieren . FORAIM Hamburg
Wider vielen Schlagzeilen: Frauen können in 2013 von den Unisex-Tarifen profitieren .
FORAIM Hamburg

In Teilbereichen treffen die Schlagzeilen zu: Die erwarteten Prämienerhöhungen sind da – die erhofften Prämiensenkungen (1) leider nicht überall.

Nur von den wirklich günstiger gewordenen Tarifen/Prämien lese und höre ich nichts. Naja, betrifft überwiegend Frauen … und da gibt es aktuell wohl interessantere (wenn auch wortähnliche)Themen.

Aber im Ernst: es gibt Vorteile durch die Unisex-Kalkulation. Hier ein Beispiel aus unserer Beratung:

Eine Mandantin hatte eine Pflegeversicherung bei einer renommierten deutschen Gesellschaft. Abgesichert war eine garantierte  Monatsrente in Höhe von 1.320 EUR (1.716 EUR inkl. nicht garantierter Überschüsse) in der Pflegestufe III und 660 EUR (858 EUR inkl. nicht garantierter Überschüsse) in der Pflegestufe II. Der monatliche Beitrag betrug 121,95 EUR.

Jetzt konnte nach den neuen Unisex-Tarifen die folgende Absicherung (2) erfolgen:

  • Pflegestufe III   1.500 Euro garantierte Monatsrente
  • Pflegestufe II       900 Euro garantierte Monatsrente
  • Pflegestufe I       450 Euro garantierte Monatsrente

Für einen monatlichen Beitrag von 85,43 EUR.

Pflege ersparnis

Man sollte also nicht allen Schlagzeilen vertrauen sondern doch sehr genau prüfen. Überprüft werden sollten alle bestehenden Verträge, bei denen Frauen von einem Wechsel in die neuen Unisex-Tarife profitieren könnten:

  • Pflegeversicherung
  • Krankentagegeldversicherung
  • Krankenhaustagegeldversicherung
  • Krankenzusatzversicherungen
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

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Und, möchtchrisen Sie meine Unterstützung in Anspruch nehmen? Ich freue mich auf Ihre Anfrage. Nutzen Sie das Kontaktformular. es ist unverbindlich und kostenlos.

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Anmerkungen

(1) Nachfolgend einige Gründe, warum die Prämien trotz unisex für alle gestiegen sind:

  • Die privaten Krankenversicherungen haben bei den neuen unisex-Tarifen einen geringeren Rechnungszins berücksichtigt. Als Konsequenz müssen die Beiträge steigen, da für die Altersrückstellungen niedrigere Zinsen berücksichtigt werden. (Dieses Schicksal wird wohl ab 2014 alle Vollversicherten ereilen).
  • Die Berufsunfähigkeitsversicherer haben mit Einführung der unisex-Tarife die Berufsgruppen neu geordnet (risikoarme Berufe sind günstiger geworden, riskantere Berufe deutlich teurer) oder haben ganz auf eine Berufsgruppeneinstufung verzichtet (Die Einstufung erfolgt durch andere Kriterien, wie z.B. Grad der Ausbildung, Leitungsfunktion usw.).  Damit ist es trotz Unisex-Kalkulation auch für Männer zum Teil günstiger geworden – wenn die berufliche Tätigkeit passt.

(2) Erforderlich ist eine Gesundheitsprüfung. Bei Vorerkrankungen kann ein Tarif-/Versichererwechsel nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sein. Aber auch dann lohnt die Überprüfung, ob die staatlich geförderte Pflegerente günstiger ist. (Zum Pflege-Bahr später mehr)

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