Leasing: Sind Leasingsonderzahlungen das ultimative Steuersparmodell?


Bald ist das Jahr zu Ende. Wenn dann die Frage auftritt, wie kann ich noch Steuern sparen, wird häufig die Empfehlung  gegeben, doch eine notwendige Anschaffung über Leasing zu finanzieren. Wenn Sie dann im alten Jahr noch eine hohe Leasingsonderzahlung (Anzahlung) leisten, so können Sie diese im Regelfall noch steuerlich geltend machen. So haben Sie dann zwar das zu versteuernde Einkommen reduziert, ob es Ihnen aber dadurch finanziell „besser“ geht, ist eine andere Frage. Denn in der Regel wird diese Steuerreduktion erst dann wirksam, wenn Sie den Steuerbescheid für dieses Jahr (2012) erhalten.

Viele Selbstständige geben Ihre Steuererklärung für 2012 erst Ende 2013 ab. Somit erfolgt dann die Steuererstattung meist erst im Frühjahr oder Sommer des Jahres 2014. Der Steuerspareffekt für 2012 ist zwar erfolgt, aber mit der Liquidität kann es ganz anders aussehen.

Wir zeigen dies anhand der Gegenüberstellung des Erwerbes eines Autos mit einer Leasingfinanzierung im Vergleich zu einer konventionellen Finanzierung(1). Die Leasingfinanzierung kann sich wie folgt darstellen:

Um eine möglichst hohe Steuerersparnis zu realisieren, wird noch in diesem Dezember eine Leasingsonderzahlung in Höhe von 12.138 Euro geleistet. Bei einem Grenzsteuersatz von überschlägig 45% ergibt sich eine Steuerersparnis von 5.462 Euro. Aber diese Steuerersparnis wird für Sie erst dann zu Geld, wenn Sie den Steuerbescheid 2012 erhalten, also irgendwann in 2014. Bei der Darstellung der Zahlungsströme haben wir hier unterstellt, dass auch in den Folgejahren die Steuererklärungen  entsprechend abgegeben werden.  Es ergibt sich also für diese folgenden Jahren ein sehr ungleichmässiger Liquiditätsverlauf. Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass die Finanzierungsraten bzw. Leasingraten monatlich anfallen.

Ganz anders stellt sich die Situation war im Falle einer Finanzierung dar:

Weil auch hier Finanzierungsraten in der Regel monatlich gezahlt werden, ist die laufende Liquiditätsbelastung günstiger.

Im Fazit ergibt sich für diesen Fall insgesamt eine gleich hohe Steuerersparnis bei einer etwas günstigeren Gesamtbelastung. Natürlich hängt das Ergebnis im Einzelfall von den konkreten Konditionen des Leasingvertrages bzw. dem Finanzierungsangebot ab.

Für Ihre persönliche Entscheidung ist also unter anderem relevant:

  • Ihre Liquiditätsplanung
  • Höhe des jeweiligen Steuersatzes, jetzt und in Zukunft
  • Mögliche Alternativverzinsung des eingesetzten Kapitals

Niemals sollte die Entscheidung aber allein deshalb getroffen werden, um noch dieses Jahr Steuern zu sparen.

Das hier genannte Beispiel bezog sich konkret auf einen umsatzsteuerpflichtigen Freiberufler. Besteht dagegen Umsatzsteuerpflicht, so ist zusätzlich zu bedenken, dass im  Falle einer Finanzierung sofort eine wesentlich höhere gezahlte Vorsteuer steuerlich geltendgemacht werden kann.

Abweichend von dem Beispiel kann es möglich sein, dass Sie jeweils gleich jährlich die  laufenden Kosten durch Reduktion der jährlichen Steuervorauszahlung berücksichtigen können (Reduktion deshalb, weil bei sonst gleich bleibender Situation die Kosten höher sind).  Dies wird in der Regel aber nur dann möglich sein, wenn sich Ihre Gewinnsituation immer relativ gleichmäßig entwickelt.

Für konkrete steuerliche Fragen sollten Sie sich grundsätzlich an Ihren Steuerberater wenden. Sollte Ihr Steuerberater aber keine konkreten Liquiditätsplanungen und  Rentabilitätsbetrachtungen durchführen, so ist in der Regel Ihr Finanzberater der richtige Ansprechpartner für diese Aspekte.

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(1) Das folgende Beispiel stellt auf einen zu 100% betrieblich genutztes Kfz ab. Die Leasing Konditionen entsprechen einem konkreten Angebot, ebenso die Finanzierungskonditionen. Es sollte ein Kfz zu folgenden Konditionen erworben werden:

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