Wandelanleihen: es läuft ja, warum soll ich mir da noch etwas anhören?


Fisch Asset Management gehört zu den größten Assetmanagern im Bereich der Wandelanleihen und verwaltet 7 Mrd Schweizer Franken. Wenn sich nun die Gelegenheit bietet, den Gründer Kurt Fisch in einem Roundtable Gespräch persönlich kennenzulernen, erwartet man eigentlich eine hohe Ressonanz. Dies um so mehr, als die Anlageklasse Wandelanleihen in vielen Portfolios aktuell wesentlich zur Performance beiträgt. Wie so viele Erwartungen, führte auch diese zur Enttäuschung – zumindest in Hamburg.

Das durchaus interessante Gespräch mit dem Fisch-Gründer und Partnern von ihm fand in einer Runde statt, in der es nahezu ein pari-pari-Verhältnis zwischen den Mitarbeitern des Hauese Fisch und den eingeladenen Gästen gab. Da frag ich mich, warum so extrem wenig Gäste erschienen sind? Und wenn ich hier von Gästen spreche, dann meine ich den Kreis derjenigen, die üblicherweise zu derartigen Veranstaltungen eingeladen werden: Produktentscheider (das sind diejenigen, die z.B. für Banken und große Vertriebe Anlageprodukte prüfen, die Ihnen als Kunde dann später von Ihren persönlichen Beratern empfohlen werden), Vermögensverwalter und eben auch freie Berater und Vermittler.

Nun mögen die Vermögensverwalter und Produktentscheider einwenden, sie seien im Bereich der Wandelanleihen fachlich so versiert, dass sie für derartige Veranstaltungen keinen Bedarf sehen und das es deshalb schade um die Zeit wäre, (Übrigens es war nicht schade! Dazu eventuell später in einem weiteren Beitrag mehr)

Die fachliche Kompetenz gestehe ich grundsätzlich gern zu. Nur wird der tatsächliche Anlageerfolg nicht allein vom fachlichen Wissen bestimmt. Der Erfolg wird in letzter Konsequenz immer von den handelnden Personen bestimmt, und auch wenn es ein „weicher Faktor“ ist, sollte man grundsätzlich ein hohes Interesse daran haben, die Entscheider eines Anlagehauses persönlich kennenzulernen. Wobei dies in der heutigen Finanzmarktsituation, in der alte Erklärungsansätze  (wohl) nicht mehr gelten, noch unerlässlicher ist.

Als Berater oder Produktentscheider muss man doch zwingend wissen, wie die verantwortlichen Manager eines Hauses, dem ich eventuell Geld anvertraue, denken. Zu normalen  Zeiten war dies vielleicht nicht nötig, denn in normalen Zeiten gibt es auch funktionierende allgemeingültige Verhaltensweisen, die man auch bei Fondsmanagern unterstellen darf. Dann kann man unterstellen, dass ein Anlagemanager sich in der Regel so oder so verhalten wird. Heute gilt dies aber eindeutig nicht mehr.

Auf den ersten Blick mag es für mich persönlich nicht effizient erscheinen, mir über Verhaltensweise und Motivationen von möglichen Mitbewerbern Gedanken zu machen. Etwas weiter gedacht erscheint es mir aber schon sinnvoll an alle in diesem Markt (Geldanlagen) tätigen Personen zu appellien, nahezu jede Gelegenheit wahrzunehmen, um mehr Eindrücke und Informationen zu gewinnen. Denn von uns hängt es ab, ob die Kunden irgendwann wieder Vertrauen fassen.

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