Allianz Chef warnt vor Immobilienblase. Warum?


Die FTD meldet heute, dass der Allianz-Vorstand Maximilian Zimmerer vor einer Immobilienblase in Deutschland warnt. Begründet wird dies mit der Inflationsangst und der Furcht vor einem Eurokollaps. Kann es auch andere Gründe für die Warnung geben? Gibt es hier möglicherweise eine Analogie zu den Warnungen vieler Fondsmanager aus jüngerer Vergangenheit vor der „großen Inflation“ ?

Anlass, mögliche Motive für die Warnung vor der Immobilienblase zu hinterfragen, ergibt sich aus folgenden Gründen:

  1. Warum warnt die Allianz vor einem Investment, welches nicht zu ihrem Kerngeschäftsfeldern gehört. Weder vertreibt die Allianz Immobilien an Privatanleger, noch ist es Geschäftsfeld der Allianz Beratung zur Assetallokation anzubieten.
  2. Ein wesentliches Geschäftsfeld der Allianz ist dagegen das Angebot von privaten Rentenversicherungen.

Eine Investitionsentscheidung der privaten Anleger für eine Immobilie beinhaltet in der Regel eine Entscheidung gegen konventionelle Formen der Altersversorgung. Die „Flucht“ in Immobilien reduziert also Geschäftspotential im Bereich der Altersversorgung mit Rentenversicherungen. Unter diesem Aspekt ist es verständlich, auf die Gefahr einer Immobilienblase hinzuweisen.

Die Gefahr einer Blasenbildung im Bereich festverzinslicher Anlagen, wie z.B. Staatsanleihen, wird nicht erörtert. Warum auch, denn konventionelle Versicherung sind hier im hohen Maße engagiert. Ich unterstelle nicht, dass hier bewusst ein Ablenkungsmanöver vorgenommen wird. Aber ein Geschmäckle könnte aufkommen.

Es bleibt noch die Frage, ob sich die Allianz konsequent verhält, wenn Sie einerseits vor einer Immobilienblase warnt, anderseits sich in diesem Geschäftsfeld mit der Vergabe von Hypothekenkrediten betätigt?

Man muss aber Herrn Zimmerer zugute halten,. dass er nicht zwingend das Entstehen einer Immobilieblase prognostiziert: er sagt „kann“.

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Anmerkungen zur Immobilienblase:

Natürlich ist eine Blasenbildung denkbar und man kann Immobilienpreise für überteuert halten. Gefährlich wird eine solche Blase, wenn Sie platzt. Also dann, wenn Verluste durch Immobilienverkäufe realisiert werden müssen. Wenn sich aber, was zu vermuten ist, viele Immobilienerwerber mit einer sehr langfristigen Zinsbindung finanzieren und bei vermieteten Immobilien das Mietausfallwagnis vernünftig eingeplant ist, welchen Grund sollte es dann bei einem Zerfall der Immobilienpreise geben, diese zu veräußeren. Der Anleger muss dann die potentiellen (möglicherweise temporären) Verluste nicht realisieren. Übrigens etwas ähnliches gilt für Lebensversicherungen, wenn sie ihre Rentenpapiere im Anlagevermögen halten. Auch diese Überlegung sollte man berücksichtigen, wenn man Chef eines großen Versicherungskonzerns ist. 🙂

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