Inflation und Eurokrise: eine spontane ungefilterte Stimmungsaufnahme bei Finanzberatern


Was freie Finanzberater, verantwortliche Bankberater und institutionelle Assetmanager zu den Themen Inflation und Eurokrise meinen, ergab eine kurze spontane Befragung auf einer Assetmanager-Konferenz Anfang September in Hamburg, an der ich teilnehmen konnte. Die nachfolgenden Aussagen sind nicht repräsentativ und nicht wissenschaftlich korrekt erhoben. Aber die Aussagen sind spontan getroffen worden, und damit eventuell noch relevanter, als „wissenschaftlich sauber“ erhobene Befragungsergebnisse. Eine spontane Antwort auf nicht erwartete Fragen scheint mir jedenfalls eine sehr ehrliche und nicht abgewägte Aussage zu sein (und welcher Finanzberater, Assetmanager überlegt in heutigen Zeiten nicht sehr genau, wie und mit welchen Worten- zuweilen Worthülsen – er zur Zukunft der finanziellen Welt antworten soll).
Also zu Beginn einer Asset-Manager-Konferenz einer bekannteren Privatbank wurden ca. 35 Teilnehmerspontan befragt:

  • 1. „Wer fürchtet, dass in den nächsten 2 Jahren eine größere Inflation, um die 10%, eintritt?“ Lediglich ein Teilnehmer hatte diese Befürchtung.
  • 2. „Wer glaubt, dass der Euro innerhalb der nächsten 1 bis 2 Jahren nicht mehr bestehen wird?“ Weniger als 10% hatten diese Befürchtungen.

Wohlgemerkt, die Antworten wurden zu Beginn der Veranstaltung gegeben und der Teilnehmerkreis war durchaus gemischt. Ich vermute also, diese Ansichten hatten sich nicht erst an diesem Tag ergeben.

Diese Antworten haben mich zunächst einmal optimistisch gestimmt, denn ich denke, diese Aussagen bilden ein eher wahrscheinliches Szenario ab, als viele Schreckensnachrichten, die sich immer wieder in einigen Medien finden (dabei nehme ich viele Blogs aus). Viele Berater haben also sehr vernünftige rationale Ansichten. Nur und das bleibt meine Frage: “ Spiegelt sich dies tatsächlich in der Praxis wieder?“ Ich vermute, dies wird nicht immer der Fall sein, denn damit erfüllt der Berater oft nicht die Erwartungen der Kunden und macht sich das Leben schwer (und häufig auch sinnvolle Geschäfte unmöglich). Denn von den Anlegern fürchten viele immer noch den Euro-Crash und die große Inflation. Viele Berater fürchten dies aber anscheinend nicht. Hoffen wir, dass die Berater ihre Meinung auch in Kundengesprächen so spontan wie auf dieser Konferenz wiedergeben. Damit besteht die Chance auf eine sinnvolle Assetallokation für die Kunden.

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