Banken können ruhig pleite gehen- es merkt doch keiner


Anlass dieses Artikels war eine kleinere Notiz aus der Börsenzeitung, die ich bei meiner täglichen Zeitungssichtung auf der Suche nach relevanten Artikeln für unseren Twitter Account gelesen habe. Am 29. Mai diesen Jahres (!) meldete die Börsenzeitung, dass die Valovis Bank bereits Ende 2011 unter die „Fittiche des Bundesverbandes Deutscher Banken genommen wurde. Das hatte auch ich nun wirklich nicht gemerkt, obwohl ich in

so einigen relevanten Newsletter das Thema Banken abonniert habe. Warum eigentlich erschien diese Nachricht nicht in den Schlagzeilen? War die Verlustsumme von 120 Mio Euro Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen zu klein? Das wäre doch einmal eine gute Chance gewesen, aufzuzeigen, wie leistungsstark unsere diverse Sicherungseinrichtungen sind.

Oder wollte man keine Unruhe schürren? Wäre ja auch schade gewesen bei den vielen Milliarden, die in die Stabilisierung des Bankensystems gesteckt wurden, und welches dann aufgrund der lächerlich kleinen Summe von 160 Mio wieder in den Aufmerksamkeitsfokus gekommen wäre.

Aber möglicherweise bestand auch die Befürchtung, dass trotz der Rettung durch den Bundesverband das Thema Sicherungseinrichtungen auf den Tisch gekommen wäre und das hätte dann bei entsprechender Recherche zu größerer Unruhe führen können. Nur warum, bringt gerade jetzt ganz aktuell Focus das Thema Sicherungseinrichtungen?

Das ist aber wohl mehr eine akademische Frage, denn praktische Bedeutung oder gar negative Auswirkungen wird der Artikel nicht haben (was in gewisser Hinsicht ja auch gut ist). Wer wirklich den Umfang des Schutzes für unser aller Bankeinlagen beurteilen wollte, konnte dies eigentlich schon immer sehr leicht tun. Die Satzungen der Sicherungseinrichtungen sind nämlich sehr leicht im Netz zu recherchieren. Eine Zusammenfassung mit unseren Anmerkungen haben wir übrigens schon vor geraumer Zeit zusammengestellt. Allein die Ressonanz hielt sich in Grenzen.

Zu einem Bank-Run rufen wir natürlich nicht auf. Auch glauben wir, dass weiterhin alles für die Sicherheit der Bankeinlagen getan wird. Aber vielleicht sollten Anleger sich einmal darüber Gedanken machen, ob Sie wirklich große Summen bei den Banken als Tagesgeldeinlagen zu niedrigem Zins halten sollten, nur weil sie kleinste Schwankungen eines defensiv ausgerichteten Investmentfondsdepots nicht ertragen können. Mit der Entscheidung große Summen als Tagesgeld zu halten wird nämlich die (vermeintliche) Sicherheit eines wenn auch sehr geringen gleichmässigen Ertrages gegen ein (wenn auch wahrscheinlich und hoffentlich nur theoretisches Emittentenrisiko getauscht. Rational ist das nicht. Aber wo verhalten sich Menschen schon rational?

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