Wo gibt es noch hohe Zinsen?


Wer wünscht sich nicht eine Geldanlage, die sicher jedes Jahr einen guten Zinsertrag erbringt und wo berechtigte Hoffnung bestehen kann, dass man das investierte Kapital auch zurück erhält? Gibt es so etwas noch?

Zunächst fallen einem da Staatsanleihen ein, natürlich deutsche. Schaut man sich da den Zins an, kommt doch Entäuschung auf. So kann man für eine fünfjährige Anlage jedes Jahr 0,5% Zinszahlungen erwarten. Man bekommt das Papier dafür allerdings etwas preiswerter. Zahlen muss man nur 99,905%. Somit steigt die Rendite auf 0,52%.

Wem dies zu gering ist, der sucht sich vielleicht einen anderen Gläubiger. Zum Beispiel ein Unternehmen, an dessen Solvenz aktuell nicht gezweifelt wird. Dies könnte eine Anleihe von BASF sein. Immerhin ist dieses Unternehmen von Standard & Poors mit A + geratet worden. Eine Anleihe mit einer Laufzeit von noch fast 5 Jahren zahlt jährlich 5,875% Zinsen; nur leider muss man für eine Anleihe von 100 Euro einen wesentlich höheren Betrag zahlen: 116,94 Euro. Damit ergibt sich eine Rendite von 2,15%.

Was ist denn mit den Angeboten mit Zinsen von 7% oder mehr, von den man immer in den Zeitungen liest? Diese gibt es tatsächlich, aber man spricht dann vornehm von High-Yield-Anleihen oder Hochzinsanleihen.

Natürlich zeigt sich in dieser fast dreimal so hohen Rendite im Vergleich zu der genannten BASF Anleihen ein höheres Risiko aus.

Das Risiko besteht in

  • Teil- oder Komplettausfall des Schuldners
  • Kursschwankungen während der Laufzeit

Weil aber mit dieser Anlageform grundsätzlich die Chance auf eine fast dreimal so hohe Rendite im Vergleich zu bonitätsstarken Anleihen und eine fast 12 mal so hohe Rendite im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen besteht, ist es sinnvoll sich die Risiken genauer zu betrachten.

Ein Gefühl für das Risiko des Ausfalls liefert zum Beispiel eine Übersicht der Ausfallraten von Unternehmen, die von Standart & Poor`s mit den Noten B+ , B und B- bewertet wurden. In diesem Bereich liegen meist die Unternehmen, die hochverzinsliche Anleihen ausgeben. Im Durchschnitt der Jahre ergaben sich folgende Ausfallraten:

Gehen wir hier einmal davon aus, dass Sie mit Ihrer Auswahll den Durchschnittswert treffen und nur Unternehmen auswählen, die mit B+ oder B geratet sind, dann könnte sich folgende Rechnung ergeben:

Sie investieren 10.000 Euro für 5 Jahre in ein Unternehmen. Dann können Sie zwar jedes Jahr 7% Zinsen erwarten, aber nach 5 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit 88%, dass Sie ihr Geld auch tatsächlich zurückerhalten. Wenn Sie Pech haben – statistisch haben Sie dieses Pech in 12 von 100 Fällen – erhalten Sie nichts oder nur einen geringeren Teil entsprechnend der Insolvenzquote zurück.

Wenn Sie aber die 10.000 Euro auf 100 Unternehmen verteilen würden, und kommt durch diese hohe Diversifikation der statistische Durchschnitt zum tragen, so könnte sich folgende Rechnung ergeben:

(Dabei ist eine Ausfallquote im Falle der Insolvenz von 50% angenommen.)

Das wäre immerhin ein durchschnittlicher Zinsertrag von ca. 5,55%. Eine hohe Diversifikation könnte also immer noch eine doppelt so hohe Rendite wie die der erstklassigen Unternehmensanleihen erbringen.

Wie sieht es mit dem Risiko der hohen Kursschwankungen aus?

Kursschwankungen können nur während der Laufzeit entstehen, wenn man einmal den Fall ausklammert, dass das Unternehmen gerade zum Zeitpunkt der Fälligkeit die Insolvenz anmeldet. Gründe für die Kursschwankungen können zum Beispiel sein:

  • das Zinsniveau ändert sich
  • die Bonität des Unternehmens ändert sich

Dabei ist zu beachten, dass der Bonitätseffekt bei hochverzinslichen Anleihen wesentlich stärker wirkt als bei Anleihen von Unternehmen erstklassiger Bonität.

Das einfachste Mittel um das Risiko der Kursschwankungen zu minimieren liegt darin, seine persönliche Liquidität richtig zu planen. Wenn Sie sich für derartige Investments entscheiden, planen Sie so, dass Sie während der Laufzeit bis zur Endfälligkeit das investierte Geld nicht benötigen. Denn abgesehen von dem vorab betrachteten Ausfallrisiko erhalten sie erst zum Ende der Laufzeit ihr Geld zu 100% zurück.

In Form von Investmentfonds müssten Sie dann einen Laufzeitenfonds wählen. Ein aktuelles Angebot von JP Morgan finden Sie auf unserer Homepage als Fonds im Fokus des Monats Mai 2012. Oder Sie fordern hier Unterlagen an:

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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Eine Anlage in High Yield kann hohe Risiken erhalten. Treffen Sie Ihre Anlageentscheidung immer nur anhand der offiziellen Kaufunterlagen. Eine Betrachtung von Vergangenswerten ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Dieser Artikel ist auch nicht als Anlageempfehlung für sonstige Anleihen zu verstehen.

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