Wann Gütertrennung nichts mehr nutzt


Es ist nichts ungewöhnliches mehr vor Beginn der Ehe oder auch nach Eheschliessung die Finanzen der Partner individuell zu regeln. Wer allerdings nicht laufend überprüft, ob während der Ehe abgeschlossene Verträge auch rechtlich zulässig  sind, um das gewünschte Ziel zu erreichen, kann böse Überraschungen erleben. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Verträge zu richten, die auch für die Altersversorgung dienen: Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen und alle Formen der betrieblichen Altersversorgung.

Grundsätzlich fällt eine private Rentenversicherung in den Versorgungsausgleich, unabhängig von den tatsächlichen Motiven aus denen diese Anlageform gewählt wurde. Es ist durchaus nicht selten, dass eine private Rentenversicherung rein aus Gesichtspunkten einer Kapitalanlage abgeschlossen wird. Wenn nun aber ein Partner diese Anlageform für sich wählt, so wird ihm diese auch bei Gütertrennung nicht allein vermögensmässig zugeordnet. Vielmehr wird im Falle einer Scheidung hieraus ein auf die Dauer der Ehe bezogener Versorgungsanspruch für dem Ruhestand berechnet.

Fatal sind dabei mindestens 3 Aspekte:

  • Die gewünschte Vermögensdisposition ist zunichte gemacht worden. Obwohl der eine Partner die Versicherung für sich als Kapitalanlage seines im Rahmen der Gütertrennung individuellen Vermögens angelegt hat, gehören nun dem anderen Partner Teile dieses Vermögens.
  • Das auf den Partner entfallende Versorgungskapital wird aus der Versicherung automatisch an den gesetzlichen Versorgungsträger, also in der Regel an die Deutsche Rentenversicherung übergeleitet. Damit ist dann für den Partner auch keine Kapitalauszahlung möglich. Und ob das „Vermögen“ für die Altersversorgung bei der gesetzlichen Rentenversicherung richtig angelegt ist, kann durchaus bezweifelt werden.
  • Auch wenn die Versicherung im Zusammenhang einer Finanzierung einer Immobilie oder einer betrieblichen Investition als Tilgungsersatz abgeschlossen wurde, können fatale Folgen entstehen. Denn nun steht bei Fälligkeit der Tilgung nicht mehr ausreichendes Kapital zur Verfügung. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass die private Rentenversicherung dem Kreditgeber tatsächlich rechtsgültig abgetreten ist.

Bei Abschluss von privaten Rentenversicherungen sind also nicht nur steuerliche Fragen, die Beurteilung dieser Anlage als Kapitalanlage, die Auswahl der „richtigen“ Gesellschaft und des „optimalen“ Tarifs entscheidend, sondern auch die ganz persönliche familiäre Situation. Jede Familie benötigt also eigentlich ein persönlichen Berater/In, die sie begleitet, so wie dies Family Offices sonst nur für vermögende Familien leisten. Es gibt zwar Möglichkeiten die hier genannten Nachteile einer privaten Rentenversicherung zu heilen, kurz vor einer Scheidung ist es aber fraglich, ob dies noch zum Erfolg führt.

2 Gedanken zu “Wann Gütertrennung nichts mehr nutzt

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